Vorschau 2018/2019

Marc Chagall - Der wache Träumer

Marc Chagall, La mariée à double face, 1927 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

13. Oktober 2018 - 20. Januar 2019
Chagalls Welt der Wunder, Visionen und Träume
Marc Chagall (1887-1985) ist als malender Träumer in die Kunstgeschichte eingegangen . In seinen farbenprächtigen Werken scheinen die Gesetze der Schwerkraft und der Logik aufgehoben zu sein. Wie kaum einem andeern Künstler gelingt es ihm, die Wirklichkeit in eine romantische Traumwelt zu verwandeln, in er Menschen und phantastische Wesen gemeinsam durch seine Bildräume schweben lässt.
Mit rund 120 farbenprächtigen Gemälden, Zeichnungen und Grafiken, darunter Leihgaben aus dem Centre Pompidou in Paris, dem Ikonen-Museum Recklinghausen sowie zahlreiche selten gezeigte Werke aus Privatbesitz, taucht die Ausstellung tief in marc Chagalls phantastische Traumwelt ein uns spürt zugleich seinen Inspirationsquellen in der realen Welt nach.

Witebsk - Erträumte Wirklichkeit
Chagall wurde im weißrussischen Witebsk geboren und wuchs in einem jüdischen Schtetl auf. Viele seiner Bildthemen finden hier ihren Ursprung. Auch seine jiddische Muttersprache mit ihren verspielten Sprachbildern und Redensarten ist häufig Quelle seiner "übernatürlichen" Kunst mit ihren fliegenden Bauern und Liebespaaren.

Die Bibel träumen
In Chagalls Werken herrscht keine Trennung zwischen dem Religiösen und dem Weltlichen. Der Künstler wuchs in der Tradition des Chassidismus auf, einer jüdischen Erweckungsbewegung. Nach der Lehre des Chassidismus gibt es nichts, worin Gott nicht ist. Die ausgestellten Werke zeigen, wie selbstverständlich und virtuos Chagall die Menschlichkeit biblischer Geschichten und das Wundersame des Alltags miteinander verwob.

Paris - Die zweite Heimat
1922 verließ Chagall seine russische Heimat und fand in Frankreich seine lebenslange Wahlheimat. "Das Land, das die Wurzeln meiner Kunst genährt hat, war Witebsk, aber meine Kunst braucht Paris, wie ein Baum Wasser braucht", erklärte er. In Frankreich entdeckte der Künstler eine neue Motivwelt, die er aber mit der gleichen traumhaft-phantastischen Bildlogik behandelte. "Ich bin ein Maler, der unbewusst bewusst ist." Diesem künstlerischen Wahlspruch Chagalls spürt die Ausstellung mit zahlreichen farbenprächtigen Meisterwerken nach. 

Surreale Bücher - Von Picasso bis Miró

13. Oktober 2018 - 20. Januar 2019
Das Reich des Unbewussten und die eigene Logik des Traums, halluzinatorische Rauscherlebnisse und hypnotische Zustände – in kaum einem vergleichbaren Medium entfaltet sich die Imaginationskraft surrealistischen Denkens wie in der Kreation von Künstlerbüchern. Ob Man Rays erotische Aktfotografien, Max Ernsts albtraumhafte Collagen oder Joan Mirós farbgewaltige Bildchiffren – in den in enger Kollaboration mit surrealistischen Dichtern wie Paul Éluard und Tristan Tzara erschaffenen Büchern wird der Reichtum surrealistischer Bildwelten erfahrbar. Die Ausstellung vereint die Höhepunkte der surrealistischen Buchkunst der im Picasso-Museum beheimateten Sammlung Classen und beleuchtet darüber hinaus Picassos Aneignung surrealer Gestaltungsweisen.