Ausstellungen 2019

Honoré Daumier – Die menschliche Komödie

Benjamin Roubaud, Porträt von Honoré Daumier, 1837, Lithografie, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster.

02. Februar - 28. April 2019

Honoré Daumier (1808-1879) gilt als der wohl humorvollste Chronist des modernen Massenzeitalters. Er beschreibt in seinen Karikaturen überzeitliche, menschliche Schwächen, die heute ebenso aktuell sind wie im 19. Jahrhundert. Gleichzeitig war er mehr als nur ein herausragender Künstler. Er bezog im politischen und sozialen Leben seiner Zeit Stellung und gab dem Aufschrei des Bürgertums eine Stimme. Über 40 Jahre lang veröffentlichte Daumier seine Karikaturen in den französischen Satirezeitschriften „La Caricature“ und „Le Charivari“.
Unter dem Titel „Die menschliche Komödie“ präsentiert das Picasso-Museum erstmals ausgewählte Grafiken Daumiers, die das Museum im September 2018 vom Münchner Sammlerehepaar Brigitte und Wolfgang Kames geschenkt bekommen hat. Hierunter befinden sich Szenen zum politischen Zeitgeschehen, Blätter aus den beliebten Serien der „Bänker“ und „Juristen“, sowie die Grafikfolge „Antike Geschichte“.

Den Augen ein Fest – Eine Privatsammlung

Skulptur der Khmer

02. Februar - 28. April 2019

Ein Münsteraner Galerist und Sammler präsentiert erstmalig seine private Sammlung einer interessierten Öffentlichkeit. Die Werkauswahl ist als kulturelle und künstlerische crossover-Präsentation konzipiert. So werden hochkarätige Khmer-Skulpturen in Dialog zu Werken von Mark Tobey gestellt, der als Vertreter des abstrakten Expressionismus in Amerika stark von fernöstlicher Philosophie beeinflußt war. Schwarzafrikanische Stammeskunst wird hingegen mit Grafiken von Braque und Picasso konfrontiert. Beide ließen sich von der bisweilen geometrischen Stilisierung dieser Kunst insbesondere in ihrer kubistischen Schaffensphase inspirieren.

Durch das Licht – Abstraktion in Frankreich Bazaine, Bissière, Elvire Jan, Le Moal, Manessier, Singier

11. Mai - 29. September 2019

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg rangen einige französische Künstler um eine völlig neue Bildsprache, die die gegenständliche Welt hinter sich ließ. Sie schufen Strukturen und Farbsymphonien, die das Bild als gänzlich selbständige und eigengesetzliche Welt präsentierten. Jean Bazaine, Roger Bissière, Alfred Manessier gehörten ebenso zu dieser Gruppierung wie Elvire Jan, Gustave Singier und Joan le Moal. Ihre oftmals leise, subtile Bildsprache führte dazu, dass nur wenige von ihnen außerhalb ihres Heimatlandes Erfolge feierten und internationale Anerkennung erhielten.
Diese Vertreter mit ihren ganz unverwechselbaren künstlerischen Handschriften erneut in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken ist das erklärte Ziel dieser Kooperationsausstellung. Sie wird vom Musée Granet, Aix-en-Provence, dem Museum Roubaix, La Piscine – Musée d’art et d’industrie André-Diligent und dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster organisiert. Das Picasso-Museum ist die einzige deutsche Station der Ausstellung. Mit dieser Zusammenarbeit unterstreicht das Museum den internationalen Rang der gezeigten Werke.                                 

Picasso und die Nachkriegsmoderne

11. Mai - 29. September 2019

Pablo Picassos künstlerisches Schaffen der 1950er- und 1960er-Jahre steht im Spannungsfeld der weltweiten Entwicklungen der Kunst der Gegenwart. Zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen politischem Engagement und dem Rückzug ins Private, zwischen massenmedialer Berühmtheit und der intensiven Auseinandersetzung mit der Kunst der Alten Meister kreiert Picasso ein einzigartiges, vielgestaltiges Œuvre, dass sich gegenüber den künstlerischen Avantgardebewegungen der Nachkriegszeit immer wieder neu positioniert und erfindet. Anhand von Porträts, Stillleben und Akten aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums vermittelt die Ausstellung einen intimen Einblick in Picassos künstlerische Strategien dieser Zeit.

Im Rausch der Farbe – Von Gauguin bis Matisse Meisterwerke aus dem Musée d'art moderne de Troyes

12. Oktober 2019 - 19. Januar 2020

Im Licht der Sonne des Mittelmeeres revolutionierten Henri Matisse und André Derain zu Beginn des 20. Jahrhunderts in dem südfranzösischen Fischerdorf Collioure die Malerei der Moderne. Die leuchtenden, expressiven Farben und die vereinfachenden Formen ihrer Bildkompositionen entwickelten eine derartige visuelle Sprengkraft, dass die Gruppe fortan „Fauves“ – „Die Wilden“ genannt wurde. Das Picasso-Museum präsentiert im Herbst 2019 rund 70 hochkarätige Werke von Malern wie Henri Matisse, André Derain, Georges Braque, Kees van Dongen, Maurice de Vlaminck und Othon Friesz, die mit ihren Gemälden das Pariser Publikum in einen fauvistischen Farbrausch versetzten.
Die Ausstellung spiegelt die Bewunderung der Fauvisten für Künstler wie Paul Gauguin und Georges Seurat und erörtert die Entwicklung der Farbmalerei der Moderne. Vom Post-Impressionismus des 19. Jahrhunderts führt sie über den Kubismus zur Klassischen Moderne der 1920er- bis 1930er-Jahre. Abgerundet wird die Schau durch einen kurzen Spaziergang durch die Geschichte der Skulptur der Moderne ausgehend von Auguste Rodin und Edgar Degas über Pierre Bonnard und Aristide Maillol bis hin zu Ossip Zadkine.
Alle Exponate entstammen der Sammlung Pierre Lévys, die der französische Mäzen dem Musée d'art moderne de Troyes zur Gründung schenkte. Die Sammlung des in Troyes ansässigen Textilmagnaten Lévy wird im Picasso-Museum erstmalig in Deutschland präsentiert.

Wie Gott in Frankreich – Picasso kulinarisch!

12. Oktober 2019 - 19. Januar 2020

Frischgefangene Fische, die in der Pfanne braten, aromatischer Rotwein aus der Provence und dem Languedoc, delikate Langusten, schmackhafte Artischocken und erfrischender Pastis – Picassos kulinarische Bildwelten laden zum Genuss ein. Die Ausstellung widmet sich mit Linolschnitten, Lithografien, Keramiken und Gemälden aus dem Eigenbestand des Museums Picassos künstlerischer Auseinandersetzung mit gutem Essen und Trinken. Die Schau beleuchtet darüber hinaus seinen kenntnisreichen Dialog mit der Kunstgeschichte und seine Inspiration durch die spanischen und flämischen Küchenstilleben des Barock. Abgerundet wird die Präsentation durch zeitgenössische Schwarz-Weiß-Fotografien von David Douglas Duncan, die Picasso in seiner am Mittelmeer gelegenen Villa „La Californie“ bei dem mittäglichen Genuss von Wein und Fisch zeigen, die Leichtigkeit des Daseins auskostend „wie Gott in Frankreich“.