Ausstellungen 2020

Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft

Joan Miró, Der Feuerstein, 1973, Radierung, Aquatinta und Carborundum, Privatsammlung © Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

19. September 2020 - 31. Januar 2021

Anlässlich seines 20jährigen Bestehens widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster der außergewöhnlichen kreativen Beziehung zwischen den beiden spanischen Jahrhundertkünstlern Pablo Picasso und Joan Miró. Im Februar 1920 trafen sie erstmalig in Paris zusammen, als der zwölf Jahre jüngere Miró dem bereits arrivierten Landsmann einen Besuch abstattete. Beide verband fortan eine lebenslange Freundschaft.

Die Jubiläumsausstellung zeichnet die sich immer wieder kreuzenden künstlerischen Wege von Picasso und Miró nach. Über 100 Exponate der beiden Künstler werden in Münster im Dialog gezeigt: Durch exemplarisch ausgewählte Werke geht die Präsentation dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf ihr Schaffen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Ferner wird beleuchtet, wie beide Spanier schöpferisch mit der Kunstgeschichte in Gestalt von Variationen nach alten Meistern umgingen. Die Gegenüberstellung ihrer grafischen Werke erlaubt dabei im Ausstellungskontext ihr unterschiedliches Bilddenken und ihre differierenden Arbeitsweisen zu erkunden. Während Miró seine Grafiken minutiös entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“

Während Picassos Schaffen durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet ist, erscheint Mirós gradliniger. So verglich dieser einmal seine künstlerischen Werkprozesse mit der sorgsamen Arbeit eines Gärtners, der die ihm anvertrauten Gewächse umhegt und pflegt. Beide Großen der spanischen Kunst eint jedoch der Umstand, dass sie zeitlebens nie den Schritt in die völlige Abstraktion vollzogen.

Where Ideas Are Born – Magnum Photos

René Burri, Der französische Künstler Yves Klein weist ein Modell für eine „Anthropometrie“ an, Paris, 14. Arrondissement, Rue Campagne-Première, 1961 © René Burri/Magnum Photos

Geplant Anfang 2021

Die Gruppenausstellung begibt sich auf die Suche nach den Orten, an denen Kreativität Gestalt annimmt – die Künstlerstudios und Ateliers, in denen Ideen geboren werden. Die Schau vereint über 20 international renommierte Fotografen der Agentur Magnum. Die unabhängige Fotoagentur wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David „Chim“ Seymor und George Rodger in New York gegründet. Namensgeber war die Flasche Champagner, die sie aus diesem Anlass tranken.

Gezeigt werden rund 80 Fotoporträts von Künstlerinnen und Künstlern, die im vergangenen Jahrhundert Kunstgeschichte geschrieben haben und das heutige Ausstellungsgeschehen maßgeblich prägen. Sie alle sind in ihrem kreativen Umfeld zu sehen, von den beengten Ateliers der Pariser Avantgarde-Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die New Yorker Lofts der amerikanischen Pop und Minimal Artists zu den hochprofessionell geführten Studios der internationalen Stars des zeitgenössischen Kunstmarkts. Die Fotografien sind Ergebnis des Versuchs, den Moment einzufangen, an dem der Funke der Kreativität überspringt.