Ausstellungen 2017

Februar - 21. Mai 2017
Picasso – Die Kunst des Porträts

In all seinen unterschiedlichen Stilphasen beschäftigte sich Pablo Picasso intensiv mit Porträts, einem Genre, das sich insbesondere durch die Erfindung und Verbreitung der Fotografie seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert großen Transformationen ausgesetzt sah.

Im „Jahrhundert der Abstraktion“ stand für die Künstler der Moderne nicht mehr eine naturalistische Wiedergabe im Mittelpunkt des Interesses, sondern die Entwicklung eines subjektiven künstlerischen Ausdrucks in der Darstellung der individuellen Physiognomie und Anatomie eines Menschen. Dabei spielen Porträts im künstlerischen Schaffen Picassos eine wichtige Rolle, die über rein künstlerische Aspekte hinausweist. Die unzähligen Porträts von Frauen, Geliebten, Musen und Freunden, aber auch von Kollegen, Sammlern und Galeristen dienten nicht nur zur Erprobung formaler Experimente, sondern wurden zu einem autobiografischen Bekenntnis des Künstlers, in dem er sowohl psychologische Eigenschaften der Porträtierten festhielt als auch seine persönliche Beziehung zu den Dargestellten im Bild reflektierte.

In seinem Spätwerk tritt Picasso schließlich in einen Dialog mit den Alten Meistern, in dem er sich in Paraphrasen berühmter Werke des deutschen Renaissance-Künstlers Lucas Cranach d.Ä., des spanischen Manieristen El Greco sowie der französischen Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres und Victor Orsel intensiv mit der Entwicklung des Porträts in der Geschichte der Kunst auseinandersetzt.

Mit der Ausstellung mit sowohl Werken aus den eigenen Sammlungen präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster einen umfassenden Überblick über Picassos für die Moderne maßgebliche Kunst des Porträts.

Februar - 21. Mai 2017
Im Fokus – Picasso im Fotoporträt

Pablo Picasso ist einer der am häufigsten fotografierten Künstler des 20. Jahrhunderts. Ob bei der künstlerischen Arbeit im Atelier, in der Arena beim Besuch von Stierkämpfen, bei politischen Kundgebungen oder bei den Filmfestspielen von Cannes – Picasso stand insbesondere ab den 1940er-Jahren im Fokus vieler Kameras. So unterschiedliche Fotografen wie Arnold Newman, Robert Doisneau, Irving Penn, Lee Miller, Robert Capa, Lucien Clergue oder David Douglas Duncan erschufen einzigartige Porträts des spanischen Ausnahmekünstlers, die in der Folgezeit zu Ikonen der Porträtfotografie des 20. Jahrhunderts avancierten. Dabei dokumentieren die Fotografien das spannungsreiche Verhältnis zwischen der individuellen Bildsprache der unterschiedlichen Fotografen und Picassos medialer Selbstinszenierung. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster vereint in dieser Ausstellung die Highlights aus seinen fotografischen Beständen, die sowohl einen spannenden Einblick in Picassos Privatleben und seine künstlerische Arbeitsweise ermöglichen, als auch seinen Umgang mit dem Medium Fotografie an sich veranschaulichen. Darüber hinaus erkundet die Schau die massenmediale Verbreitung des „Mythos Picasso“ in zeitgenössischen Zeitschriften, Magazinen und Fernsehsendungen.

1. Juni - 1. Oktober 2017
Von Christo bis Kiefer – Die Collection Lambert, Avignon

Yvan Lambert hat als langjähriger Pariser Galerist der weltweit führenden zeitgenössischen Künstler seit den sechziger Jahren eine gigantische Kollektion zusammengetragen. In Avignon werden seit Sommer 2000 die Werke der Collection Lambert im historischen Hôtel de Caumont präsentiert.
Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zeigt erstmals in Deutschland diese Sammlung, die ein „Who is who“ der zeitgenössischen Kunst mit Werken von  Jean-Michel Basquiat, Miquel Barcelo, Christo, Nan Goldin, Anselm Kiefer, Gordon Matta-Clarck, Julian Schnabel, Sol LeWitt, Cy Twombly, Richard Long und Bruce Nauman ist. Fast zeitgleich mit den SkulpturProjekten 2017 organisiert, schlägt die Präsentation auch die Brücke zu vielen Künstlern, die an den SkulpturProjekten der vergangenen Jahrzehnte teilgenommen haben.
Unter dem Titel „Picasso und das Mittelmeer“ präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso zeitglich zur Collection Lambert Spitzenwerke aus seinen eigenen Beständen, um den Namenspatron des Hauses für die Kulturtouristen zugängig zu machen.

1. Juni - 1. Oktober 2017
Picasso und das Mittelmeer

Während Vincent van Gogh das sättigende Licht der Sonne Südfrankreichs in leuchtenden Farben auf die Leinwand bannte, experimentierte Paul Cézanne im Anblick des unweit seiner Heimatstadt Aix-en-Provence gelegenen Berges Sainte-Victoire mit der Vereinfachung seiner bildkünstlerischen Ausdrucksformen. Beide Künstler errichteten im „Midi“ – im geografischen und kulturellen Süden Frankreichs – ihre Ateliers, um sich vom einzigartigen Eindruck der Landschaft, ihres Lichts und ihres Klimas inspirieren zu lassen. Auf den Spuren der beiden für die Kunst des 20. Jahrhunderts wegweisenden Malern wandelnd, ließ sich Pablo Picasso ein halbes Jahrhundert später an der südfranzösischen Mittelmeerküste nieder, um sich sein ganz eigenes Atelier des Südens zu erschaffen. Ob in den lichtdurchfluteten Räumen der imposanten Villa La Californie oder in Schloss Vauvenargues mit Blick auf Cézannes Berg Saint-Victoire – Picassos Ateliers des Südens verliehen seiner Kreativität neue Impulse. Neue Bildwelten, erfüllt von trägen Faunen und tanzenden Bacchanten entstehen, neue Techniken, wie die in Südfrankreich traditionell betriebene Kunst der Keramik, werden erprobt. Picassos Spätwerk ist gekennzeichnet von einer unbändigen Lebens- und Schaffensfreude, die ihre Kraft aus der unvergleichlichen Atmosphäre des „Midi“ schöpft. Im Rahmen dieser sommerlichen Eigenbestandsausstellung öffnet das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster die Tür in Picassos sonnengetränkte Ateliers des Südens.  

14. Oktober 2017 - Mitte Januar 2018
Monet, Renoir, Courbet … Im Licht der Normandie

Zerklüftete Felsen und steile Uferklippen, schäumende Wellen und tosende Brandungen – die Küste der Normandie bot den Malern des Impressionismus ein einzigartiges Naturschauspiel, das sie in ihren Gemälden einzufangen versuchten. Führende Impressionisten wie Claude Monet und Auguste Renoir stellten ihre Staffeleien unter freiem Himmel an den Stränden der Normandie auf, an malerischen Orten wie Pourville, Etretat oder Belle-Isle, um Licht und Atmosphäre des französischen Nordens in ihren impressionistischen Bildkompositionen zu bannen. Im Rahmen dieser Ausstellung mit einigen der schönsten Werke aus den Musées des Beaux-Arts in Caen und Rouen sowie dem Musée Marmottan Monet in Paris wird die Normandie als Wiege des Impressionismus gefeiert. Dabei werden anhand der romantischen Seestücke Eugéne Isabeys und Eugène Le Poittevins, der für die Freiluftmalerei wegweisenden Schule von Barbizon sowie der maritimen Landschaftsgemälde Johann-Barthold Jongkinds und Eugéne Boudins die Ursprünge des Impressionismus beleuchtet und in einen Dialog mit den Werken Claude Monets und anderen Hauptakteuren des Impressionismus gestellt. Darüber hinaus präsentiert die Schau die farbgewaltigen Gemälde der  post-impressionistischen und fauvistischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts, die in der Darstellung eleganter Badegäste und windschnittiger Segelschiffe ebenfalls Anregung durch die Normandie erfuhren. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster lädt seine Besucher im Rahmen dieser einzigartigen Sonderausstellung zu einem künstlerischen Spaziergang an die Strände, Dörfer und Küstenstädte der Normandie ein, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eines der wichtigsten Zentren für die Entwicklung der Kunst der Moderne repräsentierte.

14. Oktober 2017 - Mitte Januar 2018
Picassos Natur

„Vielleicht waren Picassos Werke Spiegelungen seiner ungeheuren Empfindsamkeit der Natur gegenüber und seiner Liebe zu allem Lebenden“, kommentierte der mit Picasso befreundete Fotograf David Douglas Duncan dessen lebenslange künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur. Ob Eulen, Pferde, Tauben, Katzen oder Hunde, ob Affen, Fische, Kröten oder nicht zuletzt Stiere – Picassos zoologisch facettenreiche Bildwelten sind bevölkert von dem mannigfaltigen Artenreichtum der Fauna. Im Rahmen dieser außergewöhnlichen Ausstellung treten einige der schönsten Exponate der Zoologischen Sammlungen des LWL-Museums für Naturkunde Münster in einen anregenden Dialog mit den Werken des Eigenbestandes des Picasso-Museums und ermöglichen den Besuchern einen spannenden Einblick in Picassos „Natur“. Darüber hinaus erkundet die Ausstellung Picassos Beschäftigung mit der Darstellung des Menschen in der Geschichte der abendländischen Kunst – von den surrealistischen Experimenten mit anatomischen Fragmentierungen im Anschluss an die Arbeiten des florentinischen Barockkünstlers Giovanni Battista Braccelli bis hin zu den feingliederigen Paraphrasen der physiognomischen Studien Albrecht Dürers und William Hogarths. Insbesondere das grafische Werk Pablo Picassos demonstriert sein intensives Studium der Möglichkeiten der künstlerischen Abbildung des Menschen.
       

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