Ausstellungen 2020

Beauty is a line – Von Cy Twombly bis Gerhard Richter

Bart van der Leck, Composition No. 8, 1917, Öl auf Leinwand, Gemeentemuseum den Haag, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

01. Februar - 24. Mai 2020

Linien können nicht nur der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten sein, sie verbinden auch in einem musealen Kooperationsprojekt zwei Länder miteinander. Die Doppelausstellung „Beauty is a line“ findet geleichzeitig im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und im Rijksmuseum Twenthe im benachbarten Enschede statt. Die Ausstellung widmet sich mit Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Assemblagen, Filmen, Installationen, Performances und Einrichtungsgegenständen der Linie als Gestaltungsmittel und ihrer Schönheit und Funktion in der Kunst- und Kulturgeschichte. Das Picasso-Museum zeigt in seinem Ausstellungsteil “ vom 1. Februar bis zum 24. Mai 2020 Werke „Von Cy Twombly bis Gerhard Richter“.

In beiden Museen führt der Ausstellungsparcours die Besucher zuerst in das mondäne Europa der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, in dessen Salons die Linie als dekoratives Element Architekturen und Innenausstattungen, Kleidung, Mobiliar, Zeitschriften und auch das Design der kleinen Alltagsdinge verschönerte. Anschließend führt der Weg in die Klassische Moderne, die das Picasso-Museum mit den Avantgardebewegungen von De Stijl und des Bauhauses aufgreift, deren Künstler mit geometrisch-abstrakten Formen einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit initiierten.

Die Weiterentwicklung dieser Tendenzen in der US-amerikanischen Minimal Art verdeutlicht die Ausstellung in Münster durch Exponate von Künstlern wie Donald Judd, Sol LEwitt und Robert Mangold. Abschließend konzentriert sich das Picasso-Museum auf die Entwicklung der Linie im Kontext von André Massons surrealistischer Linienkunst, die eine Befreiung von rationalen Gestaltungsprinzipien anstrebte und deren Einfluss auf die Action Paintings Jackson Pollocks und Cy Twomblys im Abstrakten Expressionismus.

Von Bonnard bis Picasso – Die Bücher des Monsieur Vollard

Maurice Denis, Amour, 1899, Malerbuch mit Farblithografien, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Sammlung Classen

01. Februar - 24. Mai 2020

Mit Werken aus der Malerbuchsammlung des Picasso-Museums u.a. von Pierre Bonnard, Pablo Picasso, Georges Braque und Marc Chagall beleuchtet die Studioausstellung die verlegerischen Vorlieben und die freundschaftlichen und geschäftlichen Verbindungen und Netzwerke des französischen Kunsthändlers Ambroise Vollard, der das „Who is Who“ der Künstler der Moderne kannte.

Where Ideas Are Born – Magnum Photos

René Burri, Der französische Künstler Yves Klein weist ein Modell für eine „Anthropometrie“ an, Paris, 14. Arrondissement, Rue Campagne-Première, 1961 © René Burri/Magnum Photos

30. Mai - 6. September 2020

Die Gruppenausstellung begibt sich auf die Suche nach den Orten, an denen Kreativität Gestalt annimmt – die Künstlerstudios und Ateliers, in denen Ideen geboren werden. Die Schau vereint über 20 international renommierte Fotografen der Agentur Magnum. Die unabhängige Fotoagentur wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David „Chim“ Seymor und George Rodger in New York gegründet. Namensgeber war die Flasche Champagner, die sie aus diesem Anlass tranken.

Gezeigt werden rund 80 Fotoporträts von Künstlerinnen und Künstlern, die im vergangenen Jahrhundert Kunstgeschichte geschrieben haben und das heutige Ausstellungsgeschehen maßgeblich prägen. Sie alle sind in ihrem kreativen Umfeld zu sehen, von den beengten Ateliers der Pariser Avantgarde-Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die New Yorker Lofts der amerikanischen Pop und Minimal Artists zu den hochprofessionell geführten Studios der internationalen Stars des zeitgenössischen Kunstmarkts. Die Fotografien sind Ergebnis des Versuchs, den Moment einzufangen, an dem der Funke der Kreativität überspringt.

Simply The Best – Neuerwerbungen aus 20 Jahren

Marc Chagall, Place de la Concorde, 1952, Farblithografie, Probedruck, Dauerleihgabe der Sparkasse Münsterland Ost im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

30. Mai - 6. September 2020

Die Ausstellung vereint auf ungewöhnlich Art und Weise die vier großen Künstler des Museums: Pablo Picasso, Georges Braque, Marc Chagall und Henri Matisse. Picasso ist mit Werken der Suite Vollard sowie seinen farbenprächtigen Linolschnitten vertreten. Die stille und feierliche Bildwelt der Grafiken seines künstlerischen Mitstreiters Georges Braque antwortet den Werken des Spaniers. Der Beginn des Ersten Weltkriegs markiert das Ende ihrer engen Zusammenarbeit. Als schöpferisches Duo hatten beide den Kubismus als größte Revolution in der Kunst des noch jungen 20. Jahrhunderts entwickelt. Als Braque schwer verwundet aus dem Krieg heimkehrt, muss er feststellen, dass sich Picasso schon längst anderen Stilformen zugewandt hat. So wird der Franzose ab den frühen zwanziger Jahren zum behutsamen Reformer und Verwandler vormals kubistischer Gestaltungsmuster. Er entwickelt nun eine ganz eigene Bildsprache, wobei er einmal gefundene Bildthemen mit großer Konsequenz immer wieder variiert und durchdekliniert.

Marc Chagalls Grafiken bestechen hingegen durch ihre Vermischung von Realem und Traumhaften. Wie der Künstler einmal ausführte brachte er seine Themen und Motive aus dem heimatlichen Russland mit nach Paris. In diesem Schmelztiegel der Avantgarden entwickelt er seine ganz eigene Formsprache, in der sich Fantastik und Realistik auf ganz eigentümliche Weise begegnen. Der vierte im Bunde ist Matisse, dessen Werke der 20er und 30er Jahre wiederum die traumwandlerische Sicherheit eines großen Zeichners verraten. Der große Franzose läutert und entschlackt die Kompositionen, bis er zeichnerisch die Essenz der Dinge erfasst. Die Ausstellung vereint die bedeutendsten und schönsten Werke des Museums und ermöglicht eine Rückblick auf eine nunmehr zwanzigjährige Erwerbungsgeschichte des Hauses.

Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft

Joan Miró, Der Feuerstein, 1973, Radierung, Aquatinta und Carborundum, Privatsammlung © Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

19. September 2020 - 10. Januar 2021

Mit Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Zeichnungen und Keramiken zeichnet die Ausstellung die außergewöhnliche Freundschaft nach, die die beiden spanischen Künstler Pablo Picasso und Joan Miró verband. Im Februar 1920 trafen beide erstmalig in Paris zusammen, als der zwölf Jahre jüngere Miró dem bereits arrivierten Landsmann einen Besuch abstattete. Beide verband fortan eine lebenslange Freundschaft. Die Jubiläumsausstellung anlässlich des 20jährigen Bestehens des Museums zeichnet die sich immer wieder kreuzenden künstlerischen Wege der beiden nach. Durch exemplarisch ausgewählte Werke geht die Präsentation dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf das Schaffen beider in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Ferner wird beleuchtet, wie beide Spanier schöpferisch mit der Kunstgeschichte in Gestalt von Variationen nach alten Meistern umgingen. Ihre jeweilige künstlerische Handschrift wird in den keramischen Werken erfahrbar, die Miró und Picasso verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg schufen. Eine Gegenüberstellung ihrer grafischen Werke erlaubt ferner im Ausstellungskontext das unterschiedliche Bilddenken und die differierenden Arbeitsweisen der beiden zu erkunden. Während Miró sehr minutiös seine Grafiken entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“

Während Picassos Schaffen durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet ist, erscheint Mirós gradliniger. So verglich dieser einmal seine künstlerischen Werkprozesse mit der sorgsamen Arbeit eines Gärtners, der die ihm anvertrauten Gewächse umhegt und pflegt. Beide Großen der spanischen Kunst eint jedoch der Umstand, dass sie zeitlebens nie den Schritt in die völlige Abstraktion vollzogen.

Die Ausstellung vereint über 100 Exponate beider Künstler, die in Münster in einen außergewöhnlichen Dialog der Meisterwerke gestellt werden. Prominente Leihgaben aus dem Pariser Musée Picasso und der Fundació Miró in Barcelona lassen die Präsentation zu einem Feuerwerk der Sinne werden. Die Fondation Maeght im südfranzösischen Saint Paul de Vence bereichert ferner die Schau mit einigen Spitzenwerken aus seinen reichen Miró-Beständen.