Ausstellungen 2020

Simply The Best – Neuerwerbungen aus 20 Jahren

Marc Chagall, Place de la Concorde, 1952, Farblithografie, Probedruck, Dauerleihgabe der Sparkasse Münsterland Ost im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

30. Mai - 6. September 2020

Die Ausstellung vereint auf ungewöhnlich Art und Weise die vier großen Künstler des Museums: Pablo Picasso, Georges Braque, Marc Chagall und Henri Matisse. Picasso ist mit Werken der Suite Vollard sowie seinen farbenprächtigen Linolschnitten vertreten. Die stille und feierliche Bildwelt der Grafiken seines künstlerischen Mitstreiters Georges Braque antwortet den Werken des Spaniers. Der Beginn des Ersten Weltkriegs markiert das Ende ihrer engen Zusammenarbeit. Als schöpferisches Duo hatten beide den Kubismus als größte Revolution in der Kunst des noch jungen 20. Jahrhunderts entwickelt. Als Braque schwer verwundet aus dem Krieg heimkehrt, muss er feststellen, dass sich Picasso schon längst anderen Stilformen zugewandt hat. So wird der Franzose ab den frühen zwanziger Jahren zum behutsamen Reformer und Verwandler vormals kubistischer Gestaltungsmuster. Er entwickelt nun eine ganz eigene Bildsprache, wobei er einmal gefundene Bildthemen mit großer Konsequenz immer wieder variiert und durchdekliniert.

Marc Chagalls Grafiken bestechen hingegen durch ihre Vermischung von Realem und Traumhaften. Wie der Künstler einmal ausführte brachte er seine Themen und Motive aus dem heimatlichen Russland mit nach Paris. In diesem Schmelztiegel der Avantgarden entwickelt er seine ganz eigene Formsprache, in der sich Fantastik und Realistik auf ganz eigentümliche Weise begegnen. Der vierte im Bunde ist Matisse, dessen Werke der 20er und 30er Jahre wiederum die traumwandlerische Sicherheit eines großen Zeichners verraten. Der große Franzose läutert und entschlackt die Kompositionen, bis er zeichnerisch die Essenz der Dinge erfasst. Die Ausstellung vereint die bedeutendsten und schönsten Werke des Museums und ermöglicht eine Rückblick auf eine nunmehr zwanzigjährige Erwerbungsgeschichte des Hauses.

Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft

Joan Miró, Der Feuerstein, 1973, Radierung, Aquatinta und Carborundum, Privatsammlung © Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

19. September 2020 - 10. Januar 2021

Anlässlich seines 20jährigen Bestehens widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster der außergewöhnlichen kreativen Beziehung zwischen den beiden spanischen Jahrhundertkünstlern Pablo Picasso und Joan Miró. Im Februar 1920 trafen sie erstmalig in Paris zusammen, als der zwölf Jahre jüngere Miró dem bereits arrivierten Landsmann einen Besuch abstattete. Beide verband fortan eine lebenslange Freundschaft.

Die Jubiläumsausstellung zeichnet die sich immer wieder kreuzenden künstlerischen Wege von Picasso und Miró nach. Über 100 Exponate der beiden Künstler werden in Münster im Dialog gezeigt: Durch exemplarisch ausgewählte Werke geht die Präsentation dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf ihr Schaffen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Ferner wird beleuchtet, wie beide Spanier schöpferisch mit der Kunstgeschichte in Gestalt von Variationen nach alten Meistern umgingen. Die Gegenüberstellung ihrer grafischen Werke erlaubt dabei im Ausstellungskontext ihr unterschiedliches Bilddenken und ihre differierenden Arbeitsweisen zu erkunden. Während Miró seine Grafiken minutiös entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“

Während Picassos Schaffen durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet ist, erscheint Mirós gradliniger. So verglich dieser einmal seine künstlerischen Werkprozesse mit der sorgsamen Arbeit eines Gärtners, der die ihm anvertrauten Gewächse umhegt und pflegt. Beide Großen der spanischen Kunst eint jedoch der Umstand, dass sie zeitlebens nie den Schritt in die völlige Abstraktion vollzogen.