Picasso und die Nachkriegsmoderne

Pablo Picasso, Komposition, 1957, Lithografie (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

11. Mai - 29. September 2019

Pablo Picassos künstlerisches Schaffen der 1950er- und 1960er-Jahre steht im Spannungsfeld der weltweiten Entwicklungen der Kunst der Gegenwart. Zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen politischem Engagement und dem Rückzug ins Private, zwischen massenmedialer Berühmtheit und der intensiven Auseinandersetzung mit der Kunst der Alten Meister kreiert Picasso ein einzigartiges, vielgestaltiges Œuvre, das sich gegenüber den künstlerischen Avantgardebewegungen der Nachkriegszeit immer wieder neu positioniert und erfindet. Anhand von Porträts, Stillleben und Akten aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums vermittelt die Ausstellung einen intimen Einblick in Picassos künstlerische Strategien dieser Zeit.

Die Ausstellung thematisiert dabei Picassos künstlerische Beiträge zur documenta 1 und 2, bei der auch Werke von Jean Bazaine, Roger Bissière, Alfred Manessier, Jean Le Moal und Gustave Singier einem breiten deutschen als auch internationalen Publikum die Tendenzen der damaligen Gegenwartskunst der 1950er-Jahre vor Augen führen sollten. Darüber hinaus beschäftigt sich die Schau mit unbekannten Seiten des künstlerischen Schaffens Picassos, wie die in Zusammenarbeit mit dem norwegischen Bildhauer Carl Nesjar entstandenen Betonskulpturen, die – prominent im öffentlichen Raum in Weltstädten wie Amsterdam, Barcelona und New York platziert – ein spannendes Pendant zur brutalistischen Architektur der Nachkriegsmoderne repräsentieren. Abgerundet wird der Ausstellungsparcours durch die cinematografische Auseinandersetzung der Regisseure der Nouvelle Vague mit dem spanischen Ausnahmekünstler, die durch ihre unkonventionelle Filmästhetik das Kino der 1950er- und 1960er-Jahre revolutionierten.