Picasso-Museum erhält große Miró-Sammlung vom Sparkassenverband Westfalen-Lippe

Joan Miró, Feuersteinschlägerin, 1973, Radierung, Aquatinta und Carborundum © Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Münster (31. August 2020). Zum 20. Geburtstag des Kunstmuseums Pablo Picasso Münster hat die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Prof. Dr. Liane Buchholz, dem Picasso-Museum heute eine bedeutende Sammlung von rund 70 Werken des spanischen Künstlers Joan Miró (1893 – 1982) als Dauerleihgabe überreicht. Damit gesellt sich neben Henri Matisse, Georges Braque und Marc Chagall einer der engsten Künstlerfreunde des berühmten Spaniers in die Sammlung am Picassoplatz. Zu sehen ist die komplette Sammlung ab 19. September 2020 in der Ausstellung "Picasso/Miró - Eine Künstlerfreundschaft".

„Die westfälisch-lippischen Sparkassen stellen damit in ihrem Picasso-Museum eine wirklich außergewöhnliche Sammlung mit Werken von Joan Miró zur Verfügung. Sie haben in den vergangenen Jahren Enormes geleistet, um das zu ermöglichen“, so Buchholz. „Ich kann mir keinen passenderen Moment vorstellen als das 20-jährige Bestehen des Museums, um dieses Konvolut eines Künstlers von Weltrang zu überreichen. Wir werden damit die Erfolgsgeschichte dieser wunderbaren Kunstsammlung auf viele Jahre fortschreiben können und darauf sind wir stolz!“, so die Kuratoriumsvorsitzende der Sparkassenstiftung Kunstmuseum Münster.

Die Miró-Werke decken einen Schaffenszeitraum von 45 Jahren ab. Den Anfang bilden frühe Radierungen aus dem Jahr 1938. Das letzte Werk der Reihe ist 1982, ein Jahr vor dem Tod des Spaniers, entstanden. Die Kollektion umfasst mehrheitlich großformatige Grafiken und 14 Miró-Fotos des Schweizer Fotografen Ernst Scheidegger, die den Künstler in seinen verschiedenen Ateliers bei der Arbeit zeigen. Auch ein historisch bedeutsamer Autograph ist Bestandteil der neuen Sammlung. Dabei handelt es sich um einen Brief von Miró an seinen Kunsthändler anlässlich seiner ersten Einzelausstellung im Frühjahr 1921 in Paris.

Die Miró-Grafiken stammen aus der Pariser Galerie Maeght, die seit 1948 Joan Miró unter Vertrag hatte und seine Werke verlegte. Es handelt sich also ausschließlich um Werke, die noch niemals gerahmt oder ausgestellt waren. Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller hat den Kauf kunsthistorisch begleitet.

In ihren aufgrund der Corona-Pandemie als Video-Botschaften verfassten Kommentaren preisen die beiden Künstlerenkel Joan Punyet Miró und Olivier Picasso gleichermaßen die Neuerwerbung als großen Wurf für das Picasso-Museum, denn beide Künstler verband eine lebenslange Freundschaft. Picasso und Miró lernten sich im Frühjahr 1920 in der Kunstmetropole Paris kennen, wo Picasso seinem zwölf Jahre jüngeren Landsmann viele Türen öffnete. „Der einzige Vorwurf, den man uns machen könnte, ist derjenige, dass wir nicht schon viel eher eine Miró-Kollektion für das Haus gesichert haben“, kommentiert Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller das Ereignis und seine Freude über die neue Dauerleihgabe. Neben Picassos Werk stelle dasjenige von Miró Spaniens Beitrag zur Moderne dar. Regionale kulturelle Verwurzelung paare sich im Falle Mirós, der einmal erklärte, er wolle ein „internationaler Katalane“ werden, mit universell gültigen künstlerischen Aussagen.


Gratulationen der Künstlerenkel Olivier Widmaier-Picasso und Juan Punyet Miró: