Der bekannte Unbekannte

03.05.2013

Der Franzose Willy Ronis (1910-2009) zählt neben Robert Doisneau zu den prominentesten Vertretern der „humanistischen Fotografie“. Sein fotografisches Werk hat wie kaum ein anderes das Bild der Franzosen im 20. Jahrhundert geprägt. Bereits in den fünfziger Jahren wird sein Schaffen in Amerika als repräsentativ für den spezifisch französischen Beitrag zur zeitgenössischen Fotografie eingeschätzt. Und viele seiner Arbeiten prägen auch heute noch unseren Eindruck von den französischen Nachbarn. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster widmet dem Fotografen vom 4. Mai bis zum 1. September 2013 eine eigene Sonderausstellung, die mit rund 80 Arbeiten über 60 Jahre des langen Lebens und Wirkens von Willy Ronis abdeckt.

„Obwohl sich viele seiner Werke längst als Ikonen in unser Bildgedächtnis eingeschrieben haben, blieb Willy Ronis als Fotokünstler außerhalb Frankreichs bislang relativ unbekannt“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Um das zu ändern, zeigen wir in der Ausstellung alle thematischen Facetten seines Werks: Fotos von Streiks und Massenprotesten aus den 1930er Jahren, das pulsierende Paris der Nachkriegsjahre und Fotos aus der Provence, die er in den 1950er Jahren als ländliche Idylle vor dem Zeitalter des Massentourismus festhält.“

Als „anteilnehmende Fotografie“ (Susan Sonntag) lässt sich Willy Ronis’ Schaffen trefflich charakterisieren. In all seinen Werken bezeugt er Mitgefühl für die von ihm fotografierten Menschen und Fotografie ist bei ihm immer Teilnahme an der Welt, Verstrickung in die Welt. „Er hat ein ungemein umfangreiches fotografisches Werk hinterlassen, das facettenreich, dabei aber stilistisch homogen ist, geeint durch den Esprit, den Stil und die Menschlichkeit eines außergewöhnlichen Künstlers“, so Müller.

In der Summe seines Schaffens wird Willy Ronis in der Münsteraner Ausstellung als mitfühlender Berichterstatter des französischen Alltags erfahrbar, als großer Menschenfreund und Chronist eines bewegenden Jahrhunderts.

Picasso als malendes Monster? - „Was ich Picasso schon immer sagen wollte“
Parallel zur Fotoausstellung über Willy Ronis zeigt das Museum in der Präsentation „Was ich Picasso schon immer sagen wollte“ Werke aus seinem eigenen Bestand. Prominente Persönlichkeiten liefern in der Schau einen persönlichen – mitunter kritischen – Kommentar zum Künstler. So bezeichnet der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger Picasso als einsames Monster, während der amerikanische Künstler Jackson Pollock sein herausragendes Verständnis für die Moderne Malerei lobt.

Die Ausstellung kombiniert die „Nachrichten an Picasso“ mit rund 80 Lithografien und Gemälden und bietet dem Besucher damit einen Querschnitt durch das vielseitige Schaffen des Künstlers, darunter Frauenporträts seiner Weggefährtinnen, Stierdarstellungen und Bilder von Kröten, Hummern und Fischen.

Laufzeit: 4. Mai – 1. September 2013
Öffnungszeit: Di-So und Feiertage: 10-18 Uhr
Eintritt: 10 € / erm. 8 €
Öffnungszeiten: Di-So und Feiertage 10-18 Uhr, Montag geschlossen

Öffentliche Führungen:
Täglich 16:30 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage: 15 Uhr und 16:30 Uhr

Der Besondere Blick
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe werfen Kunsthistoriker, Schauspieler und/oder Musiker einen „Besonderen Blick“ auf die Werke und Themen der Sonderausstellung. Termine: 13. Juni und 11. Juli 2013, jeweils 19 Uhr. Karten: 15 €/erm. 12 €
Anmeldung unter: Tel. 0251/4144710

Pressekontakt
Silke Herbort
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1, 48143 Münster, Tel. 0251/41 44 713, s.herbort@picassomuseum.de


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