Picasso, die Kommunisten und das Theater
Musée d'art et d'histoire Saint Denis

27.04.2012

Picasso-Museum präsentiert den Spanier als politischen Künstler

In Zeiten des Wahlkampfes zeigen Politik und Theater auffällige Parallelen. Auch das Münsteraner Picasso-Museum spannt in seiner neuen Ausstellung „Picasso, die Kommunisten und das Theater“ (28.4.-19.8.2012) einen Bogen zwischen Partei und Bühne. Die Schau verdeutlicht mit rund 80 – erstmalig in Deutschland ausgestellten –Zeichnungen, Grafiken und Fotos aus dem Musée d’art et d’histoire in Saint-Denis Picassos politisches Engagement für den Frieden und seine Faszination für das Schauspiel. 

„Picasso wurde 1944 Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs, die er mit zahlreichen Kunstwerken unterstützte“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. Unter den ausgestellten Werken sind Titelbildentwürfe für kommunistische Zeitungen und Plakatmotive für Friedenskongresse. Mit der „Friedenstaube“ ist auch das prominenteste Beispiel seines Engagements in der Münsteraner Ausstellung vertreten. Die Grafik gilt als Picassos meistverbreitetes Werk, das über politische und geografische Grenzen hinweg zum weltweiten Symbol für den Frieden wurde. Die Präsentation umfasst neben den französischen Leihgaben auch zehn Tauben-Darstellungen aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums.

Neben Picassos künstlerischer Arbeit für die Kommunisten dokumentiert die Ausstellung auch seine Leidenschaft für das Theater. Sie zeigt eine Reihe von 22 Handzeichnungen, die der Künstler 1967 für das vom englischen Kunsthistoriker Douglas Cooper verfasste Buch „Picasso Théâtre“ schuf. Zurückgreifend auf Gestalten der italienischen Commedia dell’Arte und Figuren des Barockzeitalters umkreist Picasso in großem Variationsreichtum die Welt der Bühne. Picasso verbindet in diesen Werken frühere Kostüm- und Bühnenentwürfe mit seiner späten Vorliebe, sich in seinen eigenen Bildern hinter historischen Figuren maskiert selbst zu inszenieren.

Das Musée d’art et d’histoire Saint-Denis
Die Sammlung des 1903 gegründeten Museums basiert auf Schenkungen von Bürgern an die Stadt Saint-Denis. Auch der französische Schriftsteller und bekennende Kommunist Paul Éluard vermachte 1951 seinem Geburtsort einen Großteil seiner Werke. Picasso folgte dem Beispiel seines engen Freundes und übergab dem Musée d’art et d’histoire im Laufe der 1950er und 1960er Jahre insgesamt 56 Arbeiten, darunter Porträts von Éluard sowie Fotos von Man Ray, Brassaï und seiner früheren Lebensgefährtin Dora Maar.

 


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