Intime Einblicke in Picassos Atelier - Picasso-Museum bereitet Jubiläumsausstellung vor

04.08.2010

Picassos Atelierbilder gehören zum Intimsten, was der Spanier von sich preis gab. In ihnen reflektiert er immer wieder über seine eigene Kunst und seine Rolle als Maler und Bildhauer. Anlässlich seines 10jährigen Jubiläums widmet das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster dem Thema vom 28. August bis 21. November 2010 eine große Sonderausstellung. „Pablo Picasso – Im Atelier des Künstlers“ präsentiert rund 160 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Fotografien.

Unterstützt wird das Picasso-Museum dabei durch namhafte Institutionen und Privatsammler aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz, darunter das Centre Pompidou in Paris und das Museu Picasso in Barcelona. Auch die Erben Picassos stellen für die Jubiläumsausstellung private Leihgaben zur Verfügung.

Das Thema des Atelierbildes zieht sich wie ein roter Faden durch Picassos gesamtes Werk. So spannt die Ausstellung einen Bogen von fast 70 Schaffensjahren, angefangen mit zwei frühen Zeichnungen bis hin zu erotisch aufgeladenen Arbeiten der späten 60er Jahre.

Die Szenen im Atelier schwanken zwischen Preisgabe und Verhüllung. Picasso verbirgt sich in ihnen bisweilen hinter kunstgeschichtlichen Zitaten oder Darstellungstraditionen, wie beispielsweise dem Maleraffen. Seine Atelierbilder liefern so bisweilen ironische Kommentare auf die eigene Kunst und diejenige seiner Zeitgenossen.

Picasso maß der Verwandlung seiner Bildideen im Schaffensprozess eine besondere Bedeutung bei. Er ging nicht mit einer fertigen Vorstellung ans Werk, sondern entwickelte seine Bildideen beim Entstehen des Werkes. Die Ausstellung folgt diesem Ansatz und präsentiert selten gezeigte Zustands- und Probedrucke, die Picassos prozessuales Bilddenken veranschaulichen. Fotos von David Douglas Duncan, der zu den wenigen Menschen gehörte, die Picasso beim Malen im Atelier ablichten durften, runden das Bild eines Künstlers ab, der scheinbar virtuos nach der Devise arbeitete: „Der Weg ist das Ziel.“

Ergänzt werden die Picasso-Werke um zeitgenössische Positionen, die im Zusammenhang mit der Atelierthematik stehen. So beschreibt ein Gemälde des Italieners Antonio Recalcati die lebensbedrohliche Affinität zwischen einer Staffelei und einer Guillotine. Der „Lauf der Dinge“, ein Kurzfilm des schweizer Künstlerduos Fischli/Weiss, hingegen inszeniert eine schöpferische Kettenreaktion. Werke von Ben, Christo und dem Katalanen Perejaume liefern ferner ganz individuelle, bisweilen provokative oder unvermutete Beiträge zum Künstlertum.

Pressekontakt:

Brthe Sarrazin

Graphikmuseum Pablo Picasso Münster

Tel. 0251/41447-13

b.sarrazin@graphikmuseum.de


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