Alberto Giacometti

23.10.2015

Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster präsentiert in der Ausstellung „Alberto Giacometti – Meisterwerke aus der Fondation Maeght“ einen der eigenwilligsten, originellsten und heute auch teuersten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Giacomettis knochendünne Figuren sind durch spektakuläre Auktionspreise in den letzten Jahren zu einem Symbol der künstlerischen Superlative geworden. Die Münsteraner Ausstellung spürt diesem Phänomen vom 24. Oktober 2015 bis zum 24. Januar 2016 mit 115 Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen und Grafiken nach.

Die Werke der Münsteraner Schau stammen mehrheitlich aus der südfranzösischen Fondation Maeght, die weltweit nach der Schweizer Giacometti-Stiftung die meisten Arbeiten des Künst-lers beherbergt. „Noch nie war Alberto Giacometti in Westfalen in solcher Qualitätsdichte und Fülle zu sehen“, berichtet Dr. Rolf Gerlach, Kuratoriumsvorsitzender des Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und Präsident der Sparkassen in Westfalen-Lippe. „Es ist das erste Mal in der fünfzigjährigen Geschichte der Fondation Maeght, dass sie derart viele Giacometti-Werke an ein deutsches Museum verleiht. Vor diesem Hintergrund ist es eine besondere Herausfor-derung und Ehre für die Sparkassen in Westfalen-Lippe, Förderer der heute zu eröffnenden Ausstellung zu sein."

„Die Ausstellung zeigt Giacomettis gesamte künstlerische Entwicklung von den Anfängen der 20er- und 30erJahre bis hin zu seinem charakteristischen Spätwerk“, berichtet Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Nach Jahren der Selbstsuche findet Giacometti Mitte der 40erJahre zu seinem unverwechselbaren, markanten Figurenstil, seinem künstlerischem Markenzeichen, mit dem er in die Geschichte des 20. Jahrhunderts einging.“ Dabei gilt Giacomettis Kunst kei-nesfalls als gefällig. Im Gegenteil: Viele seiner Skulpturen wirken wie lebendige Tote, und auch die 36 in Münster ausgestellten Bronzefiguren erinnern an schattenhafte Gebilde.

In der Münsteraner Ausstellung wird Giacometti als besessener Künstler, als Großmeister des schöpferischen Zweifels erfahrbar. Häufig zerstörte er morgens seine Werke vom Vortag, um daraufhin ein Kunstwerk neu zu schaffen. „Ich weiß nicht, ob es gut ist oder schlecht, aber mir ist es egal. Ich mache auf jeden Fall weiter.“ Dieser Devise folgend hat Alberto Giacometti ein unverwechselbares Werk hinterlassen, das im Picasso-Museum in Münster in all seinen Fa-cetten beleuchtet wird. „Noch nie hat jemand so viel Erfolg mit dem Misserfolg gehabt wie Gi-acometti“, sagt Museumsleiter Müller bei der Eröffnung der Ausstellung.

Begleitet werden Giacomettis Kunstwerke von einem Dokumentarfilm und zahlreichen Auf-nahmen des Schweizer Fotografen Ernst Scheidegger, der den Künstler ab 1943 regelmäßig bei der Arbeit in seinem Atelier fotografierte.

Die Ausstellung wird präsentiert mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen in Westfalen-Lippe.


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