Picasso bei der Arbeit
Durch die Linse von David Douglas Duncan

14.10.2011

15.10.2011-15.1.2012

Pablo Picasso war der meistfotografierte Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine private Seite zeigte der Spanier jedoch nur wenigen Fotografen. Einer der Auserwählten ist der Amerikaner David Douglas Duncan. Ihn ließ der Künstler so nah an sich heran wie kaum einen anderen. Er gewährte ihm Einblicke in seine Ateliers, seine Wohnhäuser und sein Familienleben. So entstanden einzigartige Fotografien, die Picasso einerseits vertieft in seine künstlerische Arbeit, andererseits auch ganz privat und familiär zeigen.  


Ab dem 15. Oktober 2011 präsentiert das Picasso-Museum gut 100 Fotografien von David Douglas Duncan in der Sonderausstellung „Picasso bei der Arbeit – Durch die Linse von David Douglas Duncan“. Die Schau inszeniert die Fotos im Dialog mit rund 70 auf den Bildern auszumachenden Keramiken, Skulpturen und Gemälden. „Duncan durfte Picasso über 17 Jahre hinweg mit seiner Kamera über die Schulter blicken“, berichtet Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. Als stiller Beobachter dokumentierte Duncan vor allem die letzten Lebens- und Schaffensjahre des Spaniers. „Die zwischen 1956 und 1973 entstandenen Aufnahmen bringen Picassos konkrete künstlerische Arbeitsweise zum Ausdruck, aber auch seine Vorliebe, sich im Atelier mit seinen eigenen Werken zu umgeben und sich von ihnen inspirieren zu lassen.“

Duncan war fasziniert von Picasso: „Ich habe ihn 25.000 Mal fotografiert und jedes Mal wirkte er ganz normal wie jeder andere auch. Bis auf seine Augen! Er lachte, hörte aufmerksam zu und war sehr interessiert an seinem Gegenüber. Aber es war unmöglich zu erahnen, was er dachte.“ Dennoch gelingt es dem Fotografen, dem Betrachter Picasso und seine Kunst näher zu bringen. Immer wieder schlüpft der Künstler vor seiner Kamera in verschiedene Rollen und bringt sich dabei lachend in Pose: maskiert als Clown oder Eule, tanzend im Atelier, in der Badewanne sitzend oder beim Seilspringen mit seinen Kindern Paloma und Claude. Duncans Fotodokumentation wirkt auf den heutigen Betrachter wie eine Art Homestory, in der er auch Picassos letzte Weggefährtin und Ehefrau Jacqueline vor die Kamera lockt und die vertrauten Momente zwischen dem Künstler und seiner Muse festhält.

David Douglas Duncan wurde 1916 in Kansas City geboren und ist während des Zweiten Weltkriegs als Fotojournalist berühmt geworden. Er arbeitete für den National Geographic und von 1946 bis 1956 für das Life Magazin. Seine bekanntesten Fotografien entstanden während des Vietnam- und Koreakrieges. Mit seinen 95 Jahren gehört Duncan heute zu den ältesten Fotografen weltweit.

Gefördert wurde das Ausstellungsprojekt von Claude Ruiz Picasso, dem ältesten Sohn des Künstlers. Die kuratorische Arbeit übernahmen die beiden Kunsthistorikerinnen Stephanie Ansari und Tatyana Franck. Die Leihgaben – darunter selten gezeigte und konservatorisch sensible Werke – stammen größtenteils aus dem Besitz der Picasso-Erbengemeinschaft.

Neben dem Museo Picasso in Màlaga und dem französischen Roubaix ist Münster die einzige deutsche Station dieser Sonderausstellung.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 Uhr bis 18 Uhr

Öffentliche Führungen:
Donnerstag: 16:30 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 15 Uhr und 16:30 Uhr

Katalog und Audioguide:
Der Katalog zur Ausstellung „Picasso bei der Arbeit – Durch die Linse von David Douglas Duncan“ (272 Seiten) ist im Museumsshop für 29,80 € erhältlich. Ein deutsch- und englischsprachiger Audioguide kann an der Museumskasse ausgeliehen werden
(Kosten: 5 €).

Pressekontakt:
Birthe Sarrazin
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1, 48143 Münster
b.sarrazin@picassomuseum.de
www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

 

 


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