Who is Who
Eddy Novarro und die Avantgarde der 50er bis 70er Jahre

08.07.2011

9.7.-9.10.2011

Ob Picasso, Miró, Giacometti, Lichtenstein, Rothko oder Fontana – der Fotograf Eddy Novarro (ca. 1925-2003) kannte die großen Künstler seiner Zeit. Sie alle standen in den 50er bis 70er Jahren vor seiner Kamera. Als Dankeschön erhielt Novarro von den Künstlern häufig Werke geschenkt, die sie ihm persönlich widmeten. So entstand im Laufe der Jahrzehnte eine Sammlung von Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen, die von der Klassischen Moderne über den Abstrakten Expressionismus bis hin zur Pop Art reicht. In der Ausstellung „Who is Who – Eddy Novarro und die Avantgarde der 50er bis 70er Jahre“ (9. Juli - 9. Oktober 2011) präsentiert das Picasso-Museum diese Sammlung nun erstmalig der Öffentlichkeit. Die Schau zeigt 60 Fotos von Novarro und rund 130 Werke der von ihm porträtierten Künstler. 

Die in Münster ausgestellte Kollektion umfasst mehr als 80 internationale Künstler. Die Surrealisten sind mit Arbeiten von René Magritte, Salvador Dalí und Man Ray vertreten. Gleichzeitig sind Skizzen der Bildhauer Alberto Giacometti und Henry Moore und die amerikanische Avantgarde mit Malern wie Willem de Kooning und Roy Lichtenstein in der Ausstellung zu sehen. Auch Picasso und Miró sind unter Novarros Künstlerbekanntschaften. Sie erwiesen sich als besonders großzügig, indem sie dem Fotografen  gleich mehrere Zeichnungen widmeten.  

Eddy Novarro und seine Bildsprache
Novarros Künstlerporträts wirken wie eindringliche Charakterstudien - entspannt und offen blicken die Künstler in die Kamera. „Seine Fotos sind radikale Nahaufnahmen, in denen er die Dargestellten weder durch Licht noch atmosphärisches Beiwerk schönt oder schmückt“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Die als Close-up konzipierten Bilder wirken sehr ehrlich und privat, so dass einige Kritiker ihm den Spitznamen „Sigmund Freud der Fotografie“ gaben.“

Eddy Novarro wurde in den späten 20er Jahren als Sohn eines Malers und einer Bildhauerin in Bukarest geboren. Schon als Kind fühlte er sich von der Welt der Kunst und der Kreativen magisch angezogen. Seinen beruflichen Weg begann er in den 50er Jahren als Pressefotograf in Brasilien, wo er schnell in die Kunstszene eintauchte und viele Maler persönlich kennenlernte. Hier entwickelte er sich zum gefragten Porträtfotografen, dessen Ruf bald über Brasiliens Grenzen hinweg bekannt wurde. Im Laufe seines Lebens fotografierte er hunderte von berühmten Künstlern aus der ganzen Welt aber auch zahlreiche Politiker und Staatsoberhäupter. Was diese Menschen an Novarro faszinierte – sein Charme und seine Fähigkeit, den ungeschmückten Gesichtsausdruck eines Menschen festzuhalten – gefiel auch dem brasilianischen Präsidenten. Er machte Novarro 1957 zu seinem persönlichen Fotografen.

Erstmals ausgestellt wurden Novarros Bilder 1960 in Madrid. Von dort flog er einige Male nach Frankreich, um sich mit Pablo Picasso zu treffen. Begleitet wurde er bei seinen Reisen und seiner Arbeit häufig von seiner deutschen Frau Nana. Ihr und Novarro sind zahlreiche der ausgestellten Kunstwerke persönlich gewidmet. Heute befindet sich Eddy Novarros Sammlung in Privatbesitz.

Katalog und Audioguide:
Der Katalog zur Ausstellung „Who is Who – Eddy Novarro und die Avantgarde der 50er bis 70er Jahre“ (263 Seiten) ist im Museumsshop für 29,80 € erhältlich. Ein deutschsprachiger Audioguide mit ausführlichen Hintergrundinformationen zu Eddy Novarro und den Künstlern der Ausstellung kann an der Museumskasse ausgeliehen werden (Kosten: 5 €)

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag und Feiertage: 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen

Führungen: Do: 16:30 Uhr, Sa, So und Feiertage: 15 und 16:30 Uhr

Pressekontakt:
Birthe Sarrazin, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Tel. 0251/41447-13, E-Mail: b.sarrazin@picassomuseum.de


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