Kreisende Rundungen und lärmende Farben. Der Aufstand der Bilder!

22.08.2014

Münster.  Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster widmet den Spätsommer den führenden künstlerischen Zentren der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie auf der heutigen Pressekonferenz bekannt gegeben wurde. In zahlreichen Ländern Europas rebellierten Künstler und Künstlergruppen gegen althergebrachte Kunststile und begannen in ihren Werken ausschließlich geometrische Formen und klare Farben zu verwenden. Die gegenständliche Kunst wird von den Anhängern der geometrischen Abstraktion als Überbleibsel eines überholten Zeitalters angesehen. Der Aufstand der Bilder beginnt!

Parallel dazu zeigt das Museum: „Zwischen den Stühlen – Picasso zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion“.  Der „Hausherr“  Pablo Picasso wechselt in seinem Werk wie kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts fortwährend zwischen Formzerlegung und Formerneuerung.

Die Revolution entlässt ihre Bilder – Von Malewitsch bis Kandinsky
Technische, wissenschaftliche, politische und kulturelle Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts führen zur Entwicklung einer gänzlich neuen Kunst: Der Abstraktion – einer nicht-gegenständlichen Kunst.

„Die gezeigten Kunstwerke stammen mehrheitlich aus einer deutschen Privatsammlung, die wir punktuell um einige »missing links« aus europäischen Museen ergänzt haben“, erläutert Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller die Idee hinter der Zusammenstellung der Werke. „Neben die ganz großen, gefeierten Protagonisten der nicht-gegenständlichen Kunst haben wir einige zu Unrecht vergessene Künstler gestellt, die überzeugte und überzeugende Vertreter der Abstraktion waren aber oft im Schatten künstlerischer Überväter standen. Das macht die Ausstellung außergewöhnlich und spannend.“

Die über 100 Exponate stammen aus den Bereichen Malerei, Typografie, Fotografie, Film, Skulptur und Grafikdesign, sie spiegeln die geradezu emphatische Technikbegeisterung und den universellen Fortschrittsoptimismus der Künstler wider. Die Künstler und ihre Kunstschulen wurden zum Inbegriff der Moderne, stilprägend für Generationen von Architekten, Designern und Fotografen und sie sind es bis heute.

Die Ausstellung vereint Werke der künstlerischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts aus bahnbrechenden Vereinigungen wie z.B. den Russischen Konstruktivisten, den niederländischen Künstlern von De Stijl und dem Weimarer Bauhaus. Mit der Gruppe Abstraction Création beleuchtet sie schließlich die verschiedenen Facetten der Abstraktion im Paris der 30er Jahre. Die Präsentation zeichnet somit die spannenden Verbindungslinien und Bezüge zwischen den großen künstlerischen Zentren Europas nach. Zu sehen sind Werke von: Kasimir Malewitsch (1878–1935), Wladimir Tatlin (1885–1953), El Lissitzky (1890–1941), Alexander Rodtschenko (1891–1956), Ljubow Popowa (1889–1924), Theo van Doesburg  (1883–1931), Georges Vantongerloo (1886-1965), Vilmos Huszar (1884-1960), Alexandra Exter (1882-1949), László Moholy-Nagy (1895-1946), Carl Buchheister (1890-1964), Wassily Kandinsky (1866-1944) und anderen. 

Zwischen den Stühlen – Picasso zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion
Ob Kubismus, Surrealismus oder Klassizismus – unter der behutsamen Hand des Jahrhundertgenies Pablo Picasso verwandeln Figuren und Objekte fortwährend ihre Gestalt. Insbesondere in seinem druck-grafischen Schaffen, in dem der Spanier im Sinne eines „prozessualen Bilddenkens“ von Zustandsdruck zu Zustandsdruck verblüffende Verwandlungen erzielt, wird dieser Umstand ersichtlich. Die Ausstellung vereint Werke aus dem Eigenbestand, die den Besucher Picasso als künstlerisches Chamäleon zwischen allen Stühlen erleben lässt.

Laufzeit:  23. August  - 19. Oktober 2014
Eintritt: 10 € / erm. 8 €

Katalog
Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster gibt zu der Ausstellung Die Revolution entlässt ihre Bilder – Von Malewitsch bis Kandinsky einen Katalog heraus.

Kinderbegleitheft
Beim Ausstellungsbesuch werden Familien und Schulklassen kostenlos Hefte zur Verfügung gestellt, die die geometrische Abstraktion (am Beispiel der aktuellen Ausstellung) kindgerecht erklären. Das Heft gibt sowohl Anregungen für den Kunstunterricht als auch zum Malen, Basteln und Ausprobieren zu Hause.

Öffnungszeiten
Dienstag - Sonntag  10-18 Uhr, Montag geschlossen.
Am 3. Oktober 2014 bleibt das Museum geschlossen.


zurück zur Übersicht