Georges Braque – Die Druckgrafik

„Ein Bild ist erst fertig, wenn die ursprüngliche Idee getilgt ist. Ich weiß vorher nie, wie das Bild
werden wird, das ich in Angriff nehme. Es ist jedes Mal ein Abenteuer. Es gibt wohl eine Anfangsidee, aber sie dient nur als Ausgangspunkt. Von ihr sollte möglichst wenig übrig bleiben. Sie ist nur etwas Halblebendiges. Wenn das Bild selbst zu leben beginnt, soll die Idee verschwinden. Die Idee bedeutet für das Bild soviel wie das stützende Balkenwerk beim Stapellauf eines Schiffes. Wenn das Schiff in Fahrt kommt, werden die Stützbalken überflüssig. Wie sähe es auch aus, wenn das ganze Zimmermannswerk noch am Schiff hing!“
                                                                         Georges Braque

Anfang März 2004 übergab die Sparkasse Münsterland Ost dem Museum 208 Werke von Georges Braque als Dauerleihgabe. Braque pflegte intensiven künstlerischen Austausch mit Pablo Picasso. Zwischen 1907 und 1914 entwickelten die beiden Künstlerfreunde gemeinsam den Kubismus. Die Sammlung zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das gesamte graphische Schaffen Braques von 1926 bis zu seinem Todesjahr 1963. Die Kollektion zeichnet sich durch eine Vielzahl von Unikaten und Künstlervorzugsdrucken aus und ähnelt in ihrem Ateliercharakter der Picasso-Lithographien-Sammlung. Braques Druckgraphiken sind im Gegensatz zu Picassos jedoch mehrheitlich farbig. Fünf sehr seltene Keramiken und Reliefs vervollständigen die Sammlung.

Teekanne und Zitrone, 1949 Farblithographie
Der Vogel im Blattwerk, Vogel XIV, 1952, Farblithographie