Vortragsreihe in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Dr. Andrea Witte - Vom Impressionismus zum Neoimpressionismus

Dr. Andrea Witte

Im Spannungsfeld zwischen Lichtexperiment und Farbbefreiung

16.01.2018 um 19:00 Uhr

Bis heute zählt der Impressionismus mit Künstlern wie Monet, Sisley und Renoir zu einer der wohl populärsten und zugleich faszinierendsten Kunstrichtungen des 19. Jahrhunderts. Der Neoimpressionismus hingegen wurde gern als Malerei für „Gehirn und Auge“ abgewertet. Seine Hauptvertreter Seurat und Signac überzogen ihre Bilder mit kleinen, regelmäßig nebeneinandergesetzten Punkten. „Konfettimalerei“ spotteten die Kunstkritiker, „Farblichtmalerei“ nannte es Seurat.
Der Vortrag beleuchtet die theoretische und praktische Auseinandersetzung um Licht- und Farbphänomene und sucht in den umwälzenden technischen Neuerungen der Zeit (Dioramen, Fotografie, Elektrizität etc.) nach Erklärungen für das Entstehen beider Kunstrichtungen. Der Gebrauch reiner Farben, ihre absolute Klarheit in der Anwendung, allenfalls mit Weiß aufgehellt, ließen die Gemälde in ungewohnter Weise hell und farbig leuchten. Mit dieser beeindruckenden Strahlkraft löste Signac so die Farbe zunehmend von ihrer Bindung an die Objekte und befreite die Gegenstände von ihrem ursprünglichen Lokalkolorit. Damit ebnete er Fauvismus und Expressionismus den Weg. Künstler des Neoimpressionismus hatten ihr eigenes Sehen hinterfragt und sahen die Welt nun in einem anderen, neuen Licht.

Der Vortrag im Foyer des Picasso-Museums statt. Freier Eintritt. Ohne Anmeldung und Reservierung.

 

 

Prof. Dr. Karin Westerwelle - Proust in der Normandie

Prof. Dr. Karin Westerwelle

09.01.2018 um 19:00 Uhr

Der Romancier Marcel Proust, der Verfasser des Romanwerks "À la Recherche du temps perdu / Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", dessen erster Band 1913 erschien, steht in der Tradition der französischen Schriftsteller Charles Baudelaire und Gustave Flaubert, die der Normandie sowohl biographisch als auch durch ihr Werk verbunden waren.
Die normannischen Küstenorte Trouville, Dieppe, Cabourg kannte Proust durch die Ferien in seiner Jugend gut, er interessierte sich für die Kirchenbauten in der normannischen Landschaft und besuchte sie – im Automobil reisend – mit seinem Chauffeur. Balbec, das Seebad der Recherche, ist u.a. dem mondänen Küstenort Cabourg nachgebildet. Die normannische Küste, die Begegnung des Erzählers mit der „kleinen Schar“ junger Mädchen am Strand, die Reflexion über die impressionistische Malerei und ihre Darstellung von Himmel und Meer gehören zum Spektrum der Szenen, die Proust im zweiten Band seines Werks, "Im Schatten junger Mädchenblüte", ansiedelt und die im Zentrum des Vortrags stehen sollen.


Der Vortrag im Foyer des Picasso-Museums statt. Freier Eintritt. Ohne Anmeldung und Reservierung.

 

 

Prof. Dr. Andreas Blödorn - Schiffsreisen und Meerestiefen

Prof. Dr. Andreas Blödorn

Literarische Seestücke im 19. Jahrhundert

12.12.2017 um 19:00 Uhr
Seit jeher hat das Meer den Menschen fasziniert und seine Imaginationskraft angeregt. Bilder vom Meer existieren aber nicht nur in der Bildenden Kunst. Auch Mythologie und Literatur haben dieser Faszination in zahlreichen Geschichten und Legenden Ausdruck gegeben und erzählen von Seereisen und Abenteuern, von Leidenschaft und Aufbruch, aber auch von Einsamkeit, Ängsten und Untergang. Seit Homers „Odyssee“ zeugt die Literatur von unbekannten Gefahren und Herausforderungen, denen sich der Seefahrende auf der Weite des Meeres aussetzt. Als unentdecktes, unvorstellbares Reich der Tiefe steht das Meer zugleich nicht selten auch für die Seelenreise ins eigene Ich. Gerade das chaotisch Ungeordnete des bedrohlichen Meeresreichs entwickelt dabei im Lauf des 19. Jahrhunderts eine neue Anziehungskraft für künstlerische Gestaltungen. In der beginnenden Moderne schließlich wandelt sich das Meer von einem symbolischen zu einem ambivalenten, psychisch aufgeladenen Sehnsuchtsort. Von Goethe über Heine und Theodor Storm bis hin zum frühen Thomas Mann: Der Vortrag nimmt Kurs auf ‚literarische Seestücke’ der deutschen Literatur seit dem 19. Jahrhundert, in denen diese Ambivalenz von Verlockung und Bedrohung, von Fernweh und Heimweh, erfahrbar wird.

Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

 

 

Alexander Gaude - Monet in der Normandie

Alexander Gaude, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Picasso-Museums Münster

21.11.2017 um 19:00 Uhr
Claude Monet besaß zeitlebens eine enge biografische als auch künstlerische Verbindung zur Normandie. Im Kindesalter zog er mit seiner Familie von Paris nach Le Havre, wo er die entscheidenden Impulse für seine künstlerische Entwicklung erhielt. In der Folgezeit hielt Monet in zahlreichen Gemälden die Strände und Steilküsten, die Hafenstädte und Fischerdörfer sowie die Flüsse und Landschaften der Normandie in unterschiedlichen Stimmungen und Wetterlagen in seinen flüchtigen Bildkompositionen fest. In einer Vielzahl von Kampagnen bereiste Monet u.a. die normannischen Städte und Gemeinden Deauville, Trouville, Sainte-Adresse, Étretat, Fécamp, Pourville, Dieppe oder Rouen und schuf dabei Gemälde, die zu den bedeutendsten Werken des Impressionismus gezählt werden. Im Rahmen dieses öffentlichen Abendvortrages lädt das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zu einer Suche nach den Spuren Claude Monets in der Normandie ein.
Alexander Gaude ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und war in die Konzeption und Realisierung der Ausstellung „Die Impressionisten in der Normandie“ involviert.

Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

denl    [Impressum]