36 Tage mit Picasso

25.01.2013

Im Picasso-Museum startet das neue Jahr mit einer Besonderheit: Erstmalig werden die Picasso-Bestände des Musée Réattu in Arles geschlossen außerhalb ihres südfranzösischen Heimatortes gezeigt. In der Ausstellung „Die Picassos aus Arles – Tagebuch eines Malers“ präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster die Werke vom 26. Januar bis zum 28. April 2013 im Dialog mit zahlreichen Fotografien des spanischen Künstlers.

Picassos Begeisterung für den Stierkampf führte ihn in den 1950er und 1960er Jahren regelmäßig ins südfranzösische Arles. Seine Verbundenheit mit der Stadt brachte der Künstler später durch eine üppige Schenkung zum Ausdruck: „1971 überließ er dem dortigen Musée Réattu eine Reihe von 57 Zeichnungen, die in schnellem Rhythmus an 36 aufeinanderfolgenden Tagen zwischen Dezember 1970 und Februar 1971 entstanden“, erläutert Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „In Ihnen lässt sich lesen wie in einem Tagebuch: Es sind kurze Notizen, eine zeichnerische Ideenküche im kleinen Format, die das große Welttheater des Spaniers in Miniatur enthält.“ Thematisch dreht sich die Sammlung um Picassos typische Themen: Der Künstler mit seinem Modell, barocke Gestalten, Harlekine, Musketiere und Figuren der Commedia dell’arte, aus denen sich bei genauerem Hinsehen viele Verweise auf den Künstler selbst herauslesen lassen.

„Für die Schenkung an unser Museum wählte Picasso ausschließlich späte Werke und damit einen besonderen Abschnitt seines Schaffens“, fügt Michèle Moutashar, Direktorin des Musée Réattu in Arles, hinzu. „Er war hier sozusagen Historiker in eigener Sache.“

Die Kunstwerke werden in Münster im Dialog mit zahlreichen Aufnahmen von insgesamt sieben Fotografen aus den reichen Beständen des Arleser Museums inszeniert, die Picasso in seiner südfranzösischen Wahlheimat zeigen. Der Spanier war in seinen reifen Jahren der meistfotografierte Künstler der Welt. Jenseits der unterschiedlichen künstlerischen fotografischen Handschriften wird er in den Bildern als unübertroffener Meister der Selbstdarstellung und Inszenierung erfahrbar - als moderner Malerfürst, der Hof hält.

Stiller Revolutionär – Picasso-Museum ehrt Georges Braque zum 50. Todestag
In einer weiteren Sonderausstellung widmet sich das Picasso-Museum parallel dem Spätwerk eines Zeitgenossen Picassos: Georges Braque, von dem das Haus eine deutschlandweit einmalige Grafiksammlung besitzt. Anlässlich seines 50. Todestages lässt die Schau „Von Göttern, Helden und Vogelzeichen“ (26.1.-28.4.2013) die Highlights dieser Kollektion aus den Jahren 1921 bis 1963 in einen neuen thematischen Dialog treten.

Die Formen und Themen der ausgestellten Radierungen, Holzschnitte, Lithografien, Keramiken und Gipsarbeiten von Georges Braque stehen ganz im Zeichen einer behutsamen Überwindung seiner kubistischen Schaffensphase. Die im Auftrag des französischen Verlegers Ambroise Vollard geschaffenen Illustrationen für Hesiods Theogonie legen Zeugnis von diesem Wandel ab. In der Auseinandersetzung mit der Antike entwickelt Braque hier einen völlig neuen, von allen klassizistischen Merkmalen befreiten Figurentypus.

Einen weiteren Schwerpunkt der Braque-Ausstellung bilden seine Vogeldarstellungen, die als grafische Ikonen der Klassischen Moderne gelten und in denen der Künstler die bildnerischen Gestaltungsmöglichkeiten von Statik und Dynamik farb- und variationsreich auslotet.

Öffnungszeiten beider Ausstellungen
Di-So und Feiertage 10-18 Uhr, Montag geschlossen (Ostermontag geöffnet)

Öffentliche Führungen
Täglich 16:30 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage: 15 Uhr und 16:30 Uhr

Pressekontakt
Birthe Sarrazin
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1, 48143 Münster
Tel. 0251/41 44 713, info@picassomuseum.de


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