Bilder der fließenden Welt - Der japanische Farbholzschnitt

26.08.2016

27.08.-23.10.2016
Mit der Ausstellung "Bilder der fließenden Welt - Der japanische Farbholzschnitt" taucht das Picasso-Museum vom 27. August bis zum 23. Oktober 2016 in die faszinierende Welt des alten Japan ein. Mit 142 Werken zeigt die Schau die bevorzugten Themen der damaligen Holzschnittkünstler, darunter Samurai und Sumo-Ringer, Kurtisanen und Geishas und die hocherotischen Shunga, von denen sich Pablo Picasso in seinem Spätwerk nachweislich inspirieren ließ. Dies nimmt das Museum zum Anlass, den Japanischen Holzschnitt und seine bis heute ungebrochene Faszination ausführlich vorzustellen.

„Die japanische Kunst hatte nach der Erfindung der Fotografie wohl einen der größten Einflüsse auf die westliche Kunst im späten 19. Jahrhundert“, erläutert Ann-Katrin Hahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Picasso-Museums. „Seit seinem Bekanntwerden in den 1860er-Jahren lieferte der japanische Holzschnitt wichtige Impulse für den Impressionismus, den Jugendstil und für viele Künstler des Expressionismus, die sich von seiner Raumaufteilung, Linienführung und Farbgebung maßgeblich beeinflussen ließen.“

Hendrick Lühl, der die Ausstellung für das Picasso-Museum kuratierte, ist von der handwerklichen Qualität und künstlerischen Ausdruckskraft der ausgestellten Werke fasziniert: „Ursprünglich schufen die japanischen Druckwerkstätten Holzschnitte in Schwarz-Weiß. Hier in Münster sehen wir nun die farbenprächtigsten Darstellungen, die durch die Verwendung von teilweise mehr als 15 verschiedenen Platten möglich wurden.“

Für Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller steht die Präsentation in enger künstlerischer Verbindung zum Namensgeber des Museums: „Picasso besaß eine Sammlung von 61 japanischen Holzschnitten, darunter vor allem Shunga: explizite Darstellungen sexueller Handlungen. Und insbesondere die erotischen Radierungen zu Raphael und La Fornanina aus Picassos Suite 347 lassen sowohl in der Wahl des Motivs als auch in der Komposition eine Annäherung an die japanischen Meister erkennen.“ Picassos eigene Holzschnitt-Sammlung wurde nach seinem Tod aufgelöst, so dass sie für diese Ausstellung nicht zu rekonstruieren war.

Der Japanische Holzschnitt erlebte seine Blütezeit zeitgleich mit dem aufstrebenden Bürgertum in der Edo-Periode (1603-1867). Trotz der Isolation nach außen wuchs die japanische Wirtschaft in der Edo-Zeit, wodurch die Stadtbevölkerung zum ersten Mal die Mittel und die Freizeit hatte, einer neuen Massenkultur zu frönen. Ihre Suche nach Vergnügungen wurde als Ukiyo (dt. „fließende Welt“) bekannt. Der Ukiyo-e-Holzschnitt (-e bedeutet Bild) brachte dieses Lebensgefühl und die Weltsicht der breiten Bevölkerungsmehrheit in den großen Städten Japans zum Ausdruck. Nach verschiedenen Ausstellungen in deutschen Museen zum Japonismus, dem Einfluss der japanischen Kunst auf die Künstler der westlichen Welt, will die Schau im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster in die Bilder- und Formensprache des Ukiyo-e-Holzschnitts selbst einführen.

Pressekontakt:
Birthe Sarrazin
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1
48143 Münster
Tel. 0251/4144713
b.sarrazin@picassomuseum.de

 

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