Marc Chagall und die Bibel

05.10.2012

Den 125. Geburtstag von Marc Chagall (1887-1985) nimmt das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zum Anlass, um den großen Künstlerpoeten und seine Bibelbilder zu würdigen. Chagall beschäftigte sich sein Leben lang intensiv mit dem Alten und Neuen Testaments und schuf mehr Werke über deren Geschichten als jeder andere malende Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung „Marc Chagall und die Bibel“ (6.10.-13.1.2013) zeigt mit rund 160 Gemälden, Grafiken, Keramiken, Glasmalereien und Handzeichnungen einen Querschnitt durch sein gesamtes Schaffen zur Heiligen Schrift.

„Mein Großvater übersetzt die Geschichten der Bibel in seine eigene Bildsprache und verwebt sie mit aktuellem Zeitgeschehen“, erklärt Künstlerenkelin Meret Meyer, die Chagalls Nachlass verwaltet und die Ausstellung in Münster eröffnet. „Die Dimensionen von Zeit und Raum lösen sich in seiner Kunst auf.“ So erinnert der in Weißrussland geborene Künstler mit seinen Bildern gleichzeitig an Episoden seiner eigenen Biografie: seine Kindheit im jüdischen Schtetl von Witebsk, die Schrecken des Holocausts und seine Einsamkeit im amerikanischen Exil.

„Marc Chagall wird in der Ausstellung als moderner, undogmatischer Künstler erfahrbar“, ergänzt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Obwohl er seine Kunst eng mit dem jüdischen Glauben verknüpft, wendet er sich gleichzeitig gegen jede Form kirchlicher Dogmen, die er stets als trennend und polarisierend verurteilt.“ In seinen Werken löst er sich von allen konfessionsgebundenen Darstellungstraditionen, indem er mit seiner poetischen Bildsprache das Juden- und Christentum künstlerisch miteinander verbindet.

Die Ausstellung ist thematisch gegliedert und zeigt neben Bildern des Alten Testaments, darunter die Schöpfungsgeschichte, die Joseph-Legende, die Propheten und ein Gemäldezyklus zum Hohelied, auch Darstellungen aus dem Neuen Testament und Kirchenfensterentwürfe für die Kathedrale St. Etienne in Metz. Neben Druckplatten der Bibel und Zustandsdrucken präsentiert die Schau auch handkolorierte Einzelwerke, die dem Besucher intime Einblicke in Chagalls Arbeitsprozesse und einen Überblick über knapp 50 Schaffensjahre von 1931 bis 1978 ermöglichen.

Dass Chagall zu den beliebtesten Künstlern der Deutschen zählt, zeigte sich schon im Vorfeld der Ausstellung: Bereits über 1.000 Gruppen aus ganz Deutschland haben sich für die Schau in Münster angemeldet. Da schon jetzt einzelne Tage komplett ausgebucht sind, hat das Museum seine Öffnungszeiten erweitert, um möglichst vielen Besuchern einen Rundgang durch Chagalls Bibelwelt zu ermöglichen: Montag bis Sonntag: 10-18 Uhr, Freitag 10-20 Uhr.

„Marc Chagall und die Bibel“ zeigt internationale Leihgaben aus dem Musée national Marc Chagall in Nizza, dem Centre Pompidou in Paris und zahlreiche Werke aus Privatbesitz.
Anmeldung zu öffentlichen und privaten Führungen unter Tel. 0251/41 44 710 oder unter info@picassomuseum.de.

Katalog & Audiogudie
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit rund 160 ganzseitigen Abbildungen
(deutsch/englisch, 24,90 €) und ein Audioguide (deutsch/englisch/niederländisch, 3 €) an der Museumskasse erhältlich.

Erweiterte Öffnungszeiten
Täglich 10-18 Uhr, Freitag 10-20 Uhr
Geöffnete Feiertage: 1. November, 2. Weihnachtstag, Neujahr (ab 13 Uhr)
Geschlossene Feiertage: Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester

Lange Chagall-Nacht

Am Samstag, den 12. Januar 2013, ist die Chagall-Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet.

Öffentliche Führungen
Täglich 16:30 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage: 15 Uhr und 16:30 Uhr

Sonderführungen: Marc Chagall und das Judentum
Rabbi Efraim Yehoud-Desel und Kunsthistorikerin Dr. Jutta Desel widmen sich in der Führung dem Judentum in Chagalls Werk.
Termine: 8. Oktober, 5. November und 3. Dezember 2012, jeweils um 16 Uhr, Anmeldung unter Tel. 0251/41 44 710

Pressekontakt:
Birthe Sarrazin
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Tel. 0251 41447-13
E-Mail: b.sarrazin@picassomuseum.de


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