Joan Miró - Die Farbe seiner Träume

03.03.2010

Picasso-Museum läutet Jubiläumsjahr ein

5.3. - 6.6.2010

Vor 10 Jahren öffnete in Münster das erste Picasso-Museum Deutschlands seine Türen. Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster beherbergt mit über 800 Grafiken eine in ihrer Geschlossenheit weltweit einmalige Picasso-Sammlung. Sein erstes rundes Jubiläum feiert das Museum mit zahlreichen Veranstaltungen und drei großen Sonderausstellungen über Joan Miró, Pablo Picasso und Paul Klee.

„Fast 50 Sonderausstellungen rund um Picasso und seine Zeitgenossen haben wir in den 10 Jahren seit der Eröffnung präsentiert“, resümiert Geschäftsführerin Andrea Hagemann. Auch mit den Besucherzahlen ist sie zufrieden: „2009 war unser zweitstärkstes Jahr und im Laufe des Jahres erwarten wir unseren 750.000 Gast.“ Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildet eine Festwoche im September sowie eine Schau über den Namensgeber („Pablo Picasso – Im Atelier des Künstlers“, 28.8.-21.11.2010).

Mit der Ausstellung „Die Farbe seiner Träume“ über den spanischen Künstler Joan Miró (1893-1983) leitet das Picasso-Museum am Freitag (5.3.) seinen Geburtstag ein. „Die Präsentation verfolgt Mirós Werdegang von den künstlerischen Anfängen bis hin zu seinem großflächigen Spätwerk“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. Mit rund 100 Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Keramiken und Handzeichnungen spiegelt „Die Farbe seiner Träume“ nicht nur die ungewöhnliche Materialien-Bandbreite des Künstlers, sondern auch die schöpferisch-motivischen Querbezüge, die er zwischen den verschiedenen Medien schafft. „Wer meint, sich an Miró schon satt gesehen zu haben, lernt ihn in der Ausstellung von ungewohnter Seite kennen“, verspricht Müller.

Die in Münster ausgestellten Leihgaben stammen aus der Maeght-Collection in Frankreich, der umfangreichsten Miró-Sammlung weltweit. Der Ausstellungstitel „Die Farbe seiner Träume“ nimmt Bezug auf ein frühes gleichnamiges Werk Mirós aus dem Jahr 1925, in dem der Künstler die Bedeutung des Träumens für seine Bildschöpfung und damit zugleich sein surrealistisches Gedankengut offenbart. „Ich träume nie, ich schlafe wie ein Maulwurf. Aber wenn ich wach bin, dann träume ich ständig.“ Miró belegt mit diesen Worten, wie sehr seine Kunst vom Unterbewusstsein geleitet wird und wie wenig er seine Werke im Geiste vorbereitet: „Wenn ich ein Bild anfange, gehorche ich einem inneren Impuls, den ich körperlich spüre, einem Bedürfnis loszulegen. Es ist, wie wenn da etwas aus meinem Körper hinaus müsste.“

Bei der Darstellung der künstlerischen Suche Mirós nach einer eigenen Position in der aufkommenden Moderne übernimmt vor allem sein selten gezeigtes Frühwerk eine wichtige Rolle. Drei Gemälde aus den Jahren 1914-17 weisen noch kubistische und fauvistische Züge auf. Einige Werke aus den 20er und 30er Jahren belegen, dass später auch der Pariser Surrealismus einen wichtigen Einfluss auf Mirós künstlerische Selbstfindung ausübte.

Durch die Präsentation unterschiedlichster Techniken stellt „Die Farbe seiner Träume“ die einzigartige Experimentierfreude des Katalanen in den Vordergrund. Gleichzeitig führen Werke wie der zwei Mal drei Meter große Wandteppich „Sobreteixim“ aus dem Jahr 1973 zu den bildnerischen Wurzeln des Künstlers in der katalanischen Volkskunst. Miró bedient sich in diesem Fall der Flecht- und Webtechnik, einer der ältesten Handwerkskünste der Menschheit, die in Katalonien bis heute ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Mirós ausgeprägter Hang zum spielerischen Experimentieren zeigt sich auch bei den in Münster ausgestellten Keramiken und Skulpturen. Häufig verwendete er für seine Werke banale, von anderen weggeworfene  Dinge aus der Alltagswelt, die er beim Spazierengehen in der Natur fand. Seine Beute kombinierte er mit weiteren Fundstücken von den Müllhalden der Konsumgesellschaft, darunter alte Spielzeugautos, Löffel, Nägel, Kisten, Bretter, Stühle und Kanister. Seine grotesken Skulpturen ließ er anschließend in Bronze gießen. Eine Auswahl dieser Fantasiegebilde präsentiert das Graphikmuseum auf einem 36 Quadratmeter großen Strandstück mitten in der Ausstellung, für den es 1,5 Tonnen Sand anliefern ließ.

Ausstellungskatalog
Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster veröffentlicht zur Ausstellung „Joan Miró – Die Farbe seiner Träume“ einen eigenen Katalog (159 Seiten mit über 150 Abbildungen). Der Katalog ist für 19,90 € an der Museumskasse erhältlich. Bestellung unter Tel. 0251 / 41447-20.


Joan Miró
Die Farbe seiner Träume

5.3. - 6.6.2010
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr,
Montag geschlossen, Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet.
Am 25. April 2010 hat das Museum bis 23 Uhr geöffnet.
Öffentliche Führungen: Do 16:30 Uhr, Sa, So und Feiertage 15 Uhr und 16:30 Uhr
Eintritt: 10 €, ermäßigt 8 €


Pressekontakt
Birthe Sarrazin
Graphikmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1, 48143 Münster
Tel. 0251/41447-13
b.sarrazin@graphikmuseum.de


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