Noble Gäste

12.12.2008

Die Kunsthalle Bremen zu Gast in Münster

bis Winter 2010/2011

Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster freut sich auf berühmte Gäste aus dem hohen Norden. Insgesamt zehn Meisterwerke aus der Kunsthalle Bremen werden bis Winter 2010/2011 im Münsteraner Picasso-Museum ausgestellt – darunter auch Gemälde von Pablo Picasso und Juan Gris.

So schön ein moderner Um- und Anbau für ein Museum auch ist, die Zeit des Übergangs, in der das Haus geschlossen bleibt, ist eine besondere Herausforderung. Die Kunsthalle Bremen hat eine Lösung gefunden, über die sich gleich mehrere freuen: Sie lagert einen Großteil ihrer Meisterwerke während der zweijährigen Bauphase aus. Das Münsteraner Graphikmuseum ist ab 12. Dezember 2008 neben der Kunsthalle Hamburg und dem Museum Ludwig Köln eine der zwanzig neuen Herbergen. Die thematische
und zeitliche Nähe der ausgewählten Bremer Werke ermöglicht dem Museum einen interessanten neuen
Blick auf den eigenen Bestand. 

„Unser Haus wird durch die Bremer Bilder durch einen Werkkomplex bereichert, der in exemplarischer Auswahl den künstlerischen Olymp der Moderne in Frankreich abbildet“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. Picasso ist mit drei Gemälden vertreten und repräsentiert gleichsam den künstlerischen Fixstern, um den sich die anderen Künstler gruppieren. „Auf die Picasso-Gemälde der Kunsthalle hatten wir von Anfang an ein Auge geworfen“, so Müller. „Und den Bremern ist Gott sei dank kein anderes Picasso-Museum in Deutschland eingefallen.“

Bei den Picasso-Werken handelt es sich um Öl-Gemälde aus dem Jahren 1949, 1954 und  1965.  Zu den Highlights der Bremer Werkauswahl zählt eines der seltenen Selbstporträts Picassos mit dem Titel „Der Maler“. In blassen Farben zeigt es den Künstler als alten Mann bei der Arbeit. Ein weiteres der drei Picasso-Gemälde mit dem Titel „Sylvette“ zeigt die damals neunzehnjährige Sylvette David. Sie stand Picasso im Jahre 1954 gleich mehrfach Modell. Picasso war derart fasziniert von der damals neunzehnjährigen, dass er innerhalb von nur zwei Monaten rund vierzig Zeichnungen und Gemälde von ihr anfertigte. Mit ihren langen blonden, zum Pferdeschwanz hochgebundenen Haaren, ihrer klassischen Nase, dem geschwungenen Mund und ihren großen dunklen Augen erinnert Sylvette an berühmte Schönheiten wie Brigitte Bardot.

Ergänzt durch fünf weitere Leihgaben aus Privatbesitz wird die Bremer Präsentation zu einer kleinen Bildgeschichte des großen Meisters. Sie zeigt Picassos künstlerisch einmalige Entwicklung über frühe kubistische und surrealistische Phasen bis hin zu seinem Spätwerk. Jede seiner Schaffensphasen ist durch ein exemplarisches Gemälde vertreten.

Neben den Picasso-Gemälden zeigt das Graphikmuseum mit der Bremer Auswahl  auch Werke seiner Künstlerfreunde und Zeitgenossen wie André Derain, Juan Gris, Louis Marcoussis, André Masson und Jean Metzinger. Bis Winter 2010/2011 werden die Bremer Leihgaben durchgehend und parallel zu den wechselnden Ausstellungen in einem eigenen Museumsraum präsentiert.

 


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