Pablo Picasso und Marie-Thérèse Walter

07.05.2004

Zwischen Klassizismus und Surrealismus

7.5. bis 8.8.04

Die Ausstellung des Graphikmuseum Pablo Picasso Münster beleuchtet anhand exemplarischer Werke das Schaffensjahrzehnt zwischen 1927 und 1937. IN dieser Zeit ist die junge Marie-Thérèse Walter Picassos heimliche Geliebte und bevorzugtes Modell. Die Präsentation ist Teil einer Ausstellungsfolge, die das Museum den verschiedenen, maßgeblich durch seine Museen bestimmten Schaffensperioden des Künstlers widmet.
Im Januar 1927 spricht der verheiratete 46-jährige Picasso in Paris auf der Straße eine junge Frau an. Aus der Zufallsbekanntschaft mit der erst siebzehn Jahre alten Marie-Thérèse Walter wird schnell ein Liebesverhältnis, das beide jahrelang geheim halten. Zwar erobert die athletische Gestalt der jugendlichen Geliebten schnell die Bildwelt der Handzeichnungen und Druckgraphiken des Künstlers, aber erst um 1932 wird sie auch zum Motiv seiner Gemälde.
Die Ausstellung versammelt Gemälde, Skulpturen, Handzeichnungen und Druckgraphiken, die den stilistischen Reichtum zwischen klassischer Ruhe und surrealistischer Aufgewühltheit der Werke Picassos in den späten zwanziger und dreißiger Jahren veranschaulichen. In dieser Phase taucht auch der Minoaurus zum ersten mal in Picassos Werken auf. Die mythische Figur dient dem Künstler zur Projektion zahlreicher Facetten seiner Persönlichkeit - vom hilfsbedürftigen Opfer bis hin zum instinktgetriebenen Gewaltmenschen. Pablo Picasso erweist sich hier, wie in kaum einer anderen Periode, als virtuoser Jongleur der Stile.


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