Wa(h)re Lügen

07.09.2007

Original und Fälschung im Dialog

 

7.9.07 bis 13.1.08

Unter dem Titel „Wa(h)re Lügen“ zeigen das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster und die Städtische Galerie Albstadt in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Stuttgart spektakuläre Kunstfälschungen. Die präsentierten Fälschungen stammen aus dem umfangreichen Archiv des LKA in Stuttgart, das eine Sammlung von über tausend gefälschten Gemälden, Handzeichnungen, Druckgraphiken und Antiquitäten besitzt. Diese werden zurzeit in der weltweit ersten Bilddatenbank für gefälschte Kunst erfasst.
Die Ausstellungen in Münster und Albstadt vereinen jeweils rund 250 Werke. Hierbei bilden die Klassische Moderne in Frankreich und der deutsche Expressionismus die beiden Schwerpunkte. Besonderer Popularität bei den Fälschern erfreuen sich die zahlenstark vertretenen Werke von Marc Chagall, Salvador Dalí, Joan Miró und Pablo Picasso. Mit Werken von Otto Dix, Käthe Kollwitz, Otto Mueller, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff sind prominente Künstler des deutschen Expressionismus vertreten.
Eine exemplarische Auswahl von Fälschungen wird im Rahmen der Ausstellungen mit den jeweiligen Originalen konfrontiert, so dass die Besucher mit detektivischem Spürsinn die teilweise minimalen Abweichungen selbst ausfindig machen können. Anhand exemplarischer Einzelfälle werden die jeweiligen kriminalistischen Analysen und Verfahren erklärt, die zur Aufdeckung der Fälschungen geführt haben. Auch sichergestellte Materialien und Hilfsmittel aus den Fälscherwerkstätten sind im Rahmen der Präsentationen zu sehen und liefern intime Einblicke in die Arbeit der Fälscher. Erstmals wird so für eine breitere Öffentlichkeit das facettenreiche Phänomen der Kunstfälschungen beleuchtet. Ziel der Ausstellungen ist es keineswegs Anschauungsunterricht im Fälschen von Bildern zu geben. Vielmehr wird erstmals eine wichtige Spielart der Wirtschaftskriminalität ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, die jährlich einen Schaden von mehreren Milliarden Euro verursacht.


zurück zur Übersicht