Die Antike im Spiegel der Moderne

26.11.2004

26.11.04 bis 13.02.05

Pablo Picasso unterbreitete in späten Lebensjahren einem Museumsdirektor den Vorschlag, in ferner Zukunft einmal Fragmente seiner Keramiken zusammen mit antiken Exponaten in einem Museum zu präsentieren und fügte hinzu: "Ich würde gerne hören, was das Publikum dann sagt."
Die Münsteraner Ausstellung hat den großen Meister beim Wort genommen und zeigt in künstlerischem Dialog originär antike Bildwerke mit Exponaten der Klassischen Moderne. Die antike Welt ist mit Vasen, Steinskulpturen und Kleinbronzen aus den reichen Beständen des Archäologischen Museums der Universität Münster in der Ausstellung vertreten. Im Rahmen der Präsentation werden diese in motivischer und thematischer Zwiesprache mit Werken von Georges Braque, Henri Laurens, Henri Matisse und Pablo Picasso gezeigt.
Die große inspiratorische Bedeutung der Antike für die künstlerische Avantgarde des 20. Jahrhunderts beleuchtet die Ausstellung anhand einer exemplarischen Werkauswahl. Skulpturen, Handzeichnungen und Graphiken von Aristide Maillol, den sein Künstlerkollege Maurice Denis einmal als "klassischen Primitiven" bezeichnete, illustrieren die Vorbildhaftigkeit der Antike für das Schaffen des Südfranzosen.
Picassos Künstlerfreund Georges Braque beschäftigte sich intensiv mit antiken Bildthemen. So umkreiste er bildnerisch wiederholt den antiken Sonnengott Helios, den er der Darstellungstradition folgend als Wagenlenker wiedergab.
Der Bildhauer Henri Laurens hingegen schuf mit seinen Illustrationen zu den Idyllen des griechischen Dichters Theokrit ein Werk, das mit seiner Farbigkeit die Ästhetik antiker Vasenmalerei heraufbeschwört. Mit rund hundert Werken inszeniert die Ausstellung einen ungewohnten und ungemein fesselnden Dialog zwischen zwei Epochen. Im vergleichenden Sehen kommt der Besucher zu dem verblüffenden Schluss, dass für die Avantgarde die Zukunft in der Vergangenheit lag. 


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