Ausstellungsarchiv
Picasso bei der Arbeit
Durch die Linse von David Douglas Duncan
15. Oktober 2011 - 15. Januar 2012
Der Fotograf David Douglas Duncan gehörte zu den wenigen Auserwählten, die Pablo Picasso bei der künstlerischen Arbeit über die Schulter schauen durften. Die Ausstellung inszeniert die Picasso-Fotografien Duncans in Zwiesprache mit den jeweiligen auf den Bildern auszumachenden Keramiken, Gemälden oder Skulpturen. So wird nicht nur Picassos konkrete künstlerische Arbeitsweise transparent, sondern auch die Art und Weise, wie der Spanier in seinen Atelier- und Wohnräumen Arrangements aus Werken verschiedener Schaffensphasen schuf.
In einem eigens für die Ausstellung produzierten Filminterview spricht der hoch betagte Fotograf über seine Arbeit an der Seite Picassos. Claude Ruiz Picasso, der älteste Sohn des Künstlers, hat das Ausstellungsprojekt initiiert. Die für die Ausstellung ausgewählten Stationen sind das La Piscine. Musée d'Art et d'Industrie André Dilligent in Roubaix, Museo Picasso in Málaga und das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster. Kuratiert wurde die Schau von den beiden Kunsthistorikerinnen Tatyana Franck und Stephanie Ansari.
Who is Who
Eddy Novarro und die Avantgarde der 50er bis 70er Jahre
9. Juli - 9. Oktober 2011
Der Fotograf Eddy Novarro (ca. 1925-2003) kannte sie alle, die großen Künstler seiner Zeit. Picasso, Miró, Giacometti, Chagall, Rothko, Fontana - die Liste seiner Künstlerbegegnungen ist lang und kann sich sehen lassen. In den 50er bis 70er Jahren porträtierte der rastlose rumänische Fotograf zahllose prominente Maler aus der ganzen Welt. Als Dankeschön erhielt er von den Künstlern Werke geschenkt, bei denen es sich teilweise um flüchtige Skizzen aber auch um Zeichnungen oder Gemälde handelt. So entstand im Laufe der Jahre und Jahrzehnte eine einzigartige Kollektion, die einem „Who is Who“ der Kunstwelt gleicht. Das Picasso-Museum stellt Novarros Fotos den Werken der porträtierten Künstler gegenüber. Die Surrealisten sind mit Arbeiten von André Beton und Man Ray vertreten. Gleichzeitig sind auch Skizzen der großen Bildhauer Alberto Giacometti und Henry Moore und die amerikanische Avantgarde mit Malern wie Willem de Kooning, Roy Lichtenstein und Mark Rothko in der Ausstellung präsent. Und auch Pablo Picasso und Joan Miró widmeten Novarro mehrere Zeichnungen.
Noble Gäste
Meisterwerke der Kunsthalle Bremen
12. Dezember 2008 - Sommer 2011
Über 200 Meisterwerke aus dem Bestand der Kunsthalle Bremen gingen 2009 auf Reisen quer durch Deutschland. Während des Um- und Neubaus der Kunsthalle waren sie zu Gast in 21 verschiedenen deutschen Museen. Auch das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster beherbergte einige der Noblen Gäste, darunter drei Gemälde von Pablo Picasso und sieben weitere Werke seiner Künstlerfreunde und Zeitgenossen wie Juan Gris und André Derain. Ergänzt wurde die Bremer Präsentation durch vier Bilder aus Privatbesitz darunter ebenfalls drei Picasso-Gemälde.
Picasso Linolschnitte
Im Rausch der Farbe
19. März - 3. Juli 2011
Mit rund 70 Werken führt die Ausstellung durch einen Bildkosmos aus Stierkampfszenen, mythologischen Darstellungen und Porträts. Seine Linolschnitte gestaltete Picasso wie Gemälde – schwungvoll und farbenfroh, was für ihn den besonderen Reiz der Technik ausmachte. Die zwischen 1954 und 1968 entstandenen Werke dokumentieren vor allem das reife Schaffen Picassos und gleichzeitig atmen die Bilder die fast jugendliche Beschwingtheit eines Künstlers, der mit über 70 Jahren noch einmal „Lehrling“ in einer von ihm unerprobten Technik wurde. Mit zahlreichen Probe- und Zustandsdrucken betont die Ausstellung aber auch Picassos experimentelle Vorgehensweise. Denn wie so oft beim Umgang mit einer neuen Technik löst er sich beim Linolschnitt von konventionellen Methoden und geht selbstbewusst seinen eigenen künstlerischen Weg.
Bangkok Cable Ways
19. März -3. Juli 2011
Der Blick des Fotografen Thomas Kalak richtet sich auf vermeintlich banale Details im städtischen Kontext. In seiner neuesten Serie Bangkok Cable Ways widmet er sich den in Bangkok allgegenwärtigen Strom- und Kommunikationskabeln, die über den Köpfen der Passanten ein Eigenleben zu führen scheinen – unkontrolliert, ungeplant und chaotisch. Wie ein Geschwür breiten sich die Kabel bis in die hintersten Winkel Bangkoks aus und wuchern in jede noch so kleine Garküche, um sie an den modernen Segnungen der Telekommunikation und Energieversorgung teilhaben zu lassen.
Im Zeitalter der Digitalisierung mit seinen nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten der bildnerischen Manipulation entscheidet Kalak sich dabei für eine bewusst unprätentiöse Bildsprache.
Paul Klee
Grafik - Werke aus dem Zentrum Paul Klee, Bern
28. November 2010 - 13. März 2011
Die Ausstellung vereint das nahezu vollständige grafische Werk Paul Klees. Ergänzt werden die einzelnen Blätter um Vorzeichnungen, Zustandsdrucke sowie um handkolorierte Grafiken und Unikate. Die insgesamt 137 Exponate ermöglichen eine Reise durch den einzigartigen Bildkosmos Klees. Die Grafik diente ihm auch zur künstlerischen Selbstreflexion und Innenschau. So illustriert die Ausstellung die Arbeits- und Denkweise ebenso wie die bewegte und bewegende Vita des Künstlers.
Pablo Picasso
Im Atelier des Künstlers
28 August - 21. November 2010
Die Ausstellung bildet genau zehn Jahre nach der Eröffnung den Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten des Münsterschen Picasso-Museums. Die Thematik des Atelierbildes im Werk des Spaniers ist dafür besonders prädestiniert. In ihr reflektiert Picasso immer wieder über seine eigene Kunst und seine Rolle als Bildhauer und Maler. Die Ausstellung verdeutlicht, wie der Künstler dabei häufig auf historische Referenzthemen zurückgreift, um das eigene künstlerische Selbstverständnis zu artikulieren oder ironisch zu brechen.
Die Präsentation vereint rund 160 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien aus namhaften Museen in ganz Europa. Auch von den Erben des Künstlers wird das Picasso-Museum durch selten gezeigte Exponate unterstützt.
Jacques Henri Lartigue
Fotos von der Côte d'Azur oder Das Paradies auf Zeit
18. Juni - 22. August 2010
Die Ausstellung „Côte d’Azur – Das Paradies auf Zeit“ vereint über 170 Fotos des Franzosen Jacques Henri Lartigue. Die Werke stammen aus dem Zeitraum von 1908 bis 1980 und zeigen mehrheitlich Motive der französischen Riviera vor dem Zeitalter des modernen Massentourismus. Lartigue lichtete Strandleben und Sport ebenso ab wie luxuriöse Villen und Hotels oder seine jeweiligen Musen und Ehefrauen. Auf diesem Wege dokumentierte er mit seinen Fotos das Ende der „Belle Epoque“ in Frankreich aus einem ganz privaten Blickwinkel.
Joan Miró - Die Farbe seiner Träume
5. März bis 6. Juni 2010
Die Ausstellung präsentiert mit über 100 Werken die poetische Bildwelt von Joan Miró. Zu sehen ist die gesamte Bandbreite seines reichen künstlerischen Schaffens von Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen über Keramiken bis hin zu Grafiken. Auch ungewöhnliche Bildträger und Techniken wie eine Makimono, ein bemalter, von asiatischen Vorbildern inspirierter Seidenstoff und eine Tapisserie aus dem Jahre 1973 werden gezeigt. Die Werkauswahl spannt einen Bogen von über 50 Schaffensjahren.
Von Degas bis Picasso - Die Sammlung Jean Planque
7. November 2009 - 21. Februar 2010
Über 140 Werke, mehrheitlich Gemälde und Skulpturen vereint die Fondation Planque. Die grossen Wegbereiter der Moderne sind mit van Gogh, Monet, Cézanne und Gauguin ebenso vertreten wie Werke von Mark Tobey, Nicolas de Staël und Antoni Tàpies. Jean Planque war selbst Künstler und ab 1954 für den schweizer Kunsthändler Ernst Beyeler in Paris tätig. Dort knüpfte er vielfältige, oft auch freundschaftlich geprägte Kontakte zu einer Vielzahl von Künstlern. So ist die Geschichte der Sammlung die Geschichte seines Lebens. Jean Planque bekannte einmal in Hinblick auf seine Kunstwerke: „Ich bin in ihnen und sie in mir.“
Honoré Daumier - Paris: Der Schein vom Sein
22. August - 1. November 2009
Honoré Daumier (1808-1879) gilt als der berühmteste Karikaturist der Kunstgeschichte. Wie kaum ein anderer Künstler hielt der Franzose einer ganzen Epoche den Spiegel vor. Mit seinen satirisch-kritischen Zeichnungen begleitete er das politische, soziale und kulturelle Leben Frankreichs im 19. Jahrhundert voller Humor und Bissigkeit. Das Picasso-Museum zeigt mit rund 250 Werken, darunter zahlreiche Lithografien, aber auch Gemälde und Skulpturen, wie Daumier die Pariser Welt auf die Schippe nahm.
Inventur
Zeitgenössische Radierung in Deutschland
14. Juni - 16. August 2009
Mit der Präsentation „Inventur – Zeitgenössische Radierung in Deutschland“ gibt das Picasso-Museum in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Reutlingen parallel zur Grieshaber-Ausstellung einen Überblick über die Arbeiten in Deutschland geborener oder arbeitender Radierkünstler der Gegenwart. Präsentiert werden rund 100 Werke aus dem Zeitraum 1990-2008, darunter Arbeiten von Georg Baselitz, Emil Cimiotti, Peter Doig, Per Kirkeby, A.R. Penck u.a..
HAP Grieshaber
Die andere Moderne
14. Juni - 16. August 2009
Die Ausstellung, die sich aus Leihgaben einer Münsteraner Privatsammlung zusammensetzt, beleuchtet das grafische Schaffen von Helmut Andreas Paul Grieshaber (1909-81), der nach dem Zweiten Weltkrieg federführend zur künstlerischen Erneuerung des Holzschnittes beitrug. „The Big Show“ nannte Grieshaber eine Sammlung von Drucken aus den Jahren 1945/46. Fast programmatisch verweist der Titel auf die geradezu monumentalen Formate, die er später in dieser Technik schaffen sollte.
Auch wenn Holzschnitte im Zeitalter digitaler Drucktechniken antiquiert wirken mögen, viele der ausgestellten Werke zeigen: Trotz altertümlicher Technik gelang Grieshaber in der motivischen und farblichen Gestaltung seiner Werke eine oft überraschend moderne Umsetzung, die den Arbeiten seiner Zeitgenossen in nichts nachsteht, wie punktuelle Vergleiche mit Werken von Henri Matisse, Pablo Picasso und Henri Laurens in der Ausstellung zeigen
Die Zukunft der Vergangenheit
Moderne Fotografie im 19. Jahrhundert
1. Mai - 7. Juni 2009
Mit der Ausstellung präsentiert das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster erstmalig die private Fotosammlung des Stuttgarter Sammlers Rolf Mayer. Die Schau ist den Entdeckern der Fotografie gewidmet und spiegelt die bis heute anhaltende Faszination für ein Medium, das die Welt innerhalb kurzer Zeit entscheidend veränderte.Für den Betrachter des 21. Jahrhunderts liefern die rund 130 Fotografie eine bislang ungewohnte Sichtweise auf die Fotokunst des 19. Jahrhunderts. Denn nicht die historische Entwicklung der Fotografie steht im Vordergrund der Schau, sondern die Frage, inwieweit Bildstrategien des 20. Jahrhunderts bereits in Bildern des 19. Jahrhunderts zu sehen sind.
Die Bilder von William Henry Fox Talbot, Eugène Cuvelier, Eugène Atget u.a. weisen eine Strenge und Sachlichkeit auf, die dem Mainstream des 19. Jahrhunderts zuwider läuft. Die Fotografen, die in der Sammlung zu sehen sind, nahmen auf diese Weise unwissentlich die Moderne vorweg.
Helmut Newton
Werke aus einer Bremer Privatsammlung
8. März - 26. April 2009
Der ursprünglich als Modefotograf tätige Helmut Newton wurde zum unerreichten Großmeister der Aktfotografie. Seine Bilder sprengten in den 1960er Jahren die Grenzen der traditionellen Werbefotografie. Wie kein anderer spielt Newton in seinen Werken mit weiblichen Rollenmustern und Klischees, er inszeniert meisterlich den voyeuristischen Blick auf den weiblichen Körper. Seine maßgeblich schwarz-weiße Fotokunst in teilweise monumentalen Formaten besticht durch eine kühle, ästhetisierende Erotik. Feministischer Kritik an seiner Kunst, die ihm stets vorwarf sexistisch, gar rassistisch zu sein, begegnete er mit der Aussage: „Bullshit! Ich liebe die Mädels, das alles ist ein feministisches Missverständnis.“
Die Münsteraner Ausstellung spannt einen zeitlichen Bogen im Schaffen Newtons von 1970 bis 2002 und gibt Einblick in das bewegte Leben des Fotografen, der 1920 als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren wurde, 1938 aus Deutschland floh, um Ende der 1950er Jahre mit seiner Frau June nach Europa zurückzukehren.
Marc Chagall - Der Maler am Fenster
14. November 2008 - 4. März 2009
In Kooperation mit dem Musée national Marc Chagall in Nizza zeigt das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster rund einhundert Gemälde, Zeichnungen und Grafiken, die das Fenstermotiv im Œuvre des großen Malers umkreisen. Das Fenster ist bei ihm nicht nur beiläufiges Motiv, sondern zentrales Thema. In der Bildwelt Chagalls, den man zu Recht als den „Erzpoeten“ in der Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnet hat, scheinen die Gesetze der Schwerkraft aufgehoben. In seinen Werken finden sich vielfach Raumschwellen und Begrenzungen, die von seinen Protagonisten scheinbar mühelos durchflogen werden. Chagalls Kunst ist eine Kunst der Überwindung von Grenzen, in der auch das Fenster seine übliche Rolle als Raumschwelle verloren hat.
Maeght: Das Abenteuer der Moderne
1. August - 2. November 2008
Das Ehepaar Aimé und Marguerite Maeght eröffneten im Paris der Nachkriegszeit eine Galerie, die schnell zu einer der großen Adressen für Moderne Kunst wurde. 1964 gründeten die Maeghts zum Gedächtnis an ihren früh verstorbenen Sohn Bernard in Saint-Paul an der Cote d’Azur die Fondation Maeght, die erste Stiftung für Moderne Kunst in Frankreich. Heute zählen die Maeghts zu den bedeutendsten Kunstsammlern des 20. Jahrhunderts. Über 12.000 moderne Werke sind in ihrer Sammlung enthalten. Die umfassende Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des französischen Präsidenten, Nicolas Sarkozy, und ist die größte Präsentation, die die Familie Maeght bisher in Deutschland realisiert hat. Zu sehen sind rund 120 Grafiken, Gemälde und Skulpturen von Georges Braque, Marc Chagall, Alberto Giacometti und Joan Miró. Exponate von Edouardo Chillida, Pierre Tal-Coat, Antoni Tàpies und Bram van Velde vertreten künstlerische Positionen der 70er und 80er Jahre. Die Ausstellung spannt somit einen zeitlichen Bogen von den frühen kubistischen Arbeiten Braques bis zu den Vertretern der Abstraktion in den 80er Jahren.
Henri Cartier-Bresson - Tête a tête
16. Mai bis 20. Juli 2008
Der 1908 geborene Henri Cartier-Bresson gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Das Picasso-Museum ehrt den 2003 verstorbenen großen Franzosen anlässlich seines 100. Geburtstags. Nach seiner künstlerischen Ausbildung bei dem Kubisten André Lhote widmete sich Cartier-Bresson ab den 30er Jahren ausschließlich der Fotografie. 1947 gründete er mit Gleichgesinnten die berühmte Fotoagentur >Magnum<. Die Ausstellung >Tête à tête<, die Porträts von bildenden Künstlern, Schriftstellern, Schauspielern und Politikern vereint, stellte Cartier-Bresson noch zu Lebzeiten zusammen. Die Werkauswahl trägt somit seine eigene künstlerische Handschrift.
Auguste Rodin - Rendezvous mit Yong-Chang Chung
9. Mai bis 20. Juli 2008
Im Sommer 2006 schuf der Koreaner Yong-Chang Chung in Paris eine Folge von 131 Blättern, indem er ein Buch über die späten erotischen Aquarelle Auguste Rodins mit Tusche überzeichnete. Aus dem Zufallsfund wurde eine künstlerische Wahlverwandtschaft. Die zeichnerischen Anmerkungen Chungs zu den durch freizügige Erotik bestechenden Aquarellen Rodins bilden ein grafisches Schattentheater. Die Präsentation versammelt Aquarelle aus dem Pariser Musée Rodin, der Kunsthalle Bremen und dem Saarlandmuseum in Saarbrücken und stellt sie den Werken Chungs gegenüber. So entsteht ein spannungsvoller Dialog, in dem sich verschiedene Kunstepochen und Kulturen begegnen.
Lucien Clergue - Magie und Mythos
7. März bis 11. Mai 2008
Der in Arles geborene Lucien Clergue wurde 2007 als erster Fotograf in der Geschichte Frankreichs in die Académie Française aufgenommen. Im Alter von vierzehn Jahren bekam er seine erste Fotokamera geschenkt. Der nach dem Wunsch seiner Mutter zum Violinisten ausgebildete Clergue widmete sich ab 1952 ausschließlich der Fotografie. Mitte der 50er Jahre trat er in freundschaftlichen Kontakt zu Pablo Picasso, dessen Begeisterung für den Stierkampf er teilte. Bis zum Tod Picassos schuf der mit ihm befreundete Clergue gut 3000 Fotografien des Spaniers. In den 60er Jahren feierte Lucien Clergue insbesondere mit ästhetisierenden Akt-Fotos grosse Publikumserfolge. Die klare Formsprache seiner schwarz-weiß Fotografien weicht in späteren Jahren einer kunstvollen Überblendungstechnik von surrealer Farbigkeit. Die Retrospektive spannt einen Bogen von seinen frühen bis hin zu den zeitgenössischen Werken. Sie vereint die gesamte motivische Spannbreite dieses ungemein vielfältigen und wandelbaren Fotografen.
Picasso & Rubens - Moderne trifft Barock
2. Februar bis 4. Mai 2008
Mit der Gegenüberstellung von Pablo Picasso und Peter Paul Rubens widmet sich das Graphikmuseum dem Zusammentreffen der beiden unerreichten "Malerfürsten" ihrer Zeit, deren Namen gleichsam zu Synonymen für die Epochen der Moderne und des Barock wurden.
Anhand des vergleichenden Nebeneinanders beider Künstler setzt die Ausstellung "Picasso & Rubens" jene Konfrontattion von Moderne und Vergangenheit fort, die für Picasso selbst eine maßgebliche Quelle der Inspiration war. Seit seinen künstlerischen Anfängen suchte der Spanier die kreative Auseinandersetzung mit den großen Meistern der Kunstgeschichte und trat in einen künstlerischen Wettstreit mit ihnen. Picassos reiches Schaffen spiegelt motivische, stilistische und thematische Anregungen, die der Künstler durch kreative Anverwandlung in die eigene Bildsprache zu etwas radikal Neuem werden ließ.
Henri Matisse. Kunst wie sie im Buche steht
2. Februar bis 2. März 2008
Die Präsentation widmet sich dem buchgrafischen Schaffen von Henri Matisse, das in den frühen 30er Jahren einsetzt. Matisse entwickelt hier eine ganz eigenständige Ästhetik. Der Franzose spricht in diesem Zusammrenhang stets von >décoration< und vermeidet den Begriff >illustration<. Der Bildschmuck soll nach Matisse' Verständnis des Typografie eines Buches nicht untergeordnet sein, sondern mit ihm ein kompositorisches Gleichgewicht bilden. Die ausgestellten Werke aus der Sammlung Classen spannen einen zeitlichen Bogen von den frühen Arbeiten bis hin zu Blättern, die im Todesjahr des Künstlers 1954 veröffentlicht wurden.
Wa(h)re Lügen – Original und Fälschung im Dialog
7. September 2007 bis 13. Januar 2008
In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg und der Städtischen Galerie Albstadt zeigt das Museum eine Auswahl spektakulärer Kunstfälschungen. Hierbei handelt es sich mehrheitlich um Werke von Salvador Dalí, Joan Miró und Pablo Picasso. Im Parcours der Ausstellung werden den Fälschungen die jeweiligen Originale gegenübergestellt. Anhand exemplarischer Einzelfälle werden die kriminalistischen Analysen und Verfahren erklärt und illustriert, die zur Aufdeckung der Fälschungen geführt haben. Diese durchaus ungewöhnliche Präsentation vermag so den detektivischen Spürsinn der Besucher zu stimulieren.
Das Musée Picasso Antibes zu Gast in Münster
06.04.07 bis 12.08.07
Die Ausstellung präsentiert 120 Exponate aus der Sammlung des Musée Picasso Antibes, darunter eine Vielzahl von großformatigen Gemälden, Zeichnungen und Keramiken.
Die gezeigten Kunstwerke atmen den Geist der wohl glücklichsten Schaffensperiode im langen Leben Pablo Picassos, während der die Liebe zur jungen Françoise Gilot die unbändige Schöpferkraft des Künstlers beflügelte. Sein familiäres Glück hüllte der Spanier in zahlreichen Werken in das Gewand der antiken Mythologie, die ihn zu immer neuen Kompositionen inspirierte. In ausgelassenem Reigen bevölkern tanzende und musizierende Kentauren und Faune die farbenfrohen Arbeiten dieser Schaffensperiode. Das großformatige Gemälde Lebensfreude ist dabei zugleich eines der künstlerischen Highlights der Ausstellung und bildnerische Summe der im an der Côte d’Azur gelegenen Château Grimaldi verbrachten Monate (1946/47).
Die versammelten Werke sind eine Hommage an das Mittelmeer und die Antike, vor allem aber eine Huldigung an Picassos junge Geliebte.
Pablo Picasso - Die Lust am Bild
13.1. bis 18.3.07
In dieser Ausstellung präsentiert das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster rund 160 Werke aus seinem umfangreichen Bestand. Neben einer großen Zahl von Lithografien Picassos sind Radierungen und Malerbücher des spanischen Künstlers sowie einige Fotografien von Lucien Clergue - namhafter Fotograf und Freund Picassos - zu sehen.
Der Künstler als Gaukler
15.09.06 bis 07.01.07
Die Welt des Zirkus und der Gaukler ist ein zentrales Thema der Moderne. Mit ihm befasst
sich diese Ausstellung, die nicht nur einen Überblick über die französische
Darstellungstradition gibt, sondern auch exemplarisch den deutschen Expressionismus beleuchtet. Rund einhundert Gemälde, Skulpturen, Handzeichnungen und Graphiken aus großen europäischen Sammlungen und Museen vergegenwärtigen die zahlreichen Facetten der Zirkus- und Gauklerthematik.
Braque - Miró - Picasso
Die Protagonisten der Moderne
19.08.06 bis 14.01.07
Präsentiert wird eine exemplarische Auswahl von Werken des „Dreigestirns“ der Moderne. Braque, Miró und Picasso waren alle freundschaftlich miteinander verbunden. Im Rahmen der Ausstellung werden die künstlerisch völlig unterschiedlichen Temperamente in spannungsvoller Dramaturgie vorgestellt. Im Parcours des Rundgangs werden thematische und inhaltliche Dialoge zwischen diesen „Protagonisten“ der Moderne inszeniert, die gerade ihre Eigenständigkeit anschaulich machen.
Robert Doisneau - Jäger der Bilder
16.06.06 bis 10.09.06
Wie kaum ein anderer Fotograf des 20. Jahrhunderts hat der 1912 geborene Robert Doisneau unser Bild von Frankreich, insbesondere aber von Paris und seinen Vororten geprägt. Immer ist es der Mensch, der im Zentrum seines Interesses steht. Verliebte Paare, spielende Kinder, verzweifelte Gendarmen im Pariser Verkehrsgetriebe, dies ist das fotografische Universum von Robert Doisneau, der als einer der bedeutendsten Vertreter der humanistischen Reportage-Fotografie gilt. Der „Kuss vor dem Rathaus“ aus dem Jahre 1950 ist zu einer fotografischen Ikone geworden, die nachhaltig unser Bild von der französischen Metropole als vermeintlicher „Stadt der Liebe“ geprägt hat.
Insgesamt siebzig der schönsten Fotografien dieses großen Franzosen sind im Rahmen der Ausstellung zu bewundern.
MARC CHAGALL Collection C. S., Paris
06.05.06 bis 30.07.06
Das Graphikmuseum Pablo Picasso präsentiert Chagall-Werke einer Pariser Privatsammlung, die in dieser Form noch nie gezeigt wurde. Ausgestellt werden rund einhundert Graphiken Marc Chagalls, der als der große Farbkünstler des 20. Jahrhunderts gilt. So hat Picasso einmal anerkennend gesagt, dass nach dem Tode Henri Matisses nur noch Marc Chagall wisse, was Farbe wirklich sei. Neben Pablo Picasso hat Marc Chagall das bedeutendste lithographische Oeuvre in der Kunst des 20. Jahrhunderts hinterlassen.
[ZusammenTreffen] – Françoise Gilot und Ulrich Mack
04.03.06 bis 11.06.06
Die Ausstellung zeigt unveröffentlichte Photographien der jungen Picasso-Muse Françoise Gilot, die der Hamburger Photograph Ulrich Mack Mitte der sechziger Jahre schuf. Im Dialog mit den Photos werden Picasso-Werke ausgestellt, die die jungendliche Muse künstlerisch umkreisen.
Max Beckmann: Die Realität der dunklen Träume
Handzeichnungen und Druckgraphik
17.02.06 bis 30.04.06
Die Sonderausstellung vereint rund 90 Graphiken und Handzeichnungen Max Beckmanns. Bei den präsentierten Werken handelt es sich um einen ungehobenen Kunstschatz, denn die Exponate entstammen einer süddeutschen Privatsammlung und waren bislang vor diesem Hintergrund nur äußerst selten geschlossen in einer Ausstellung zu bewundern.
Von den frühen Lithographien der Jahre 1910/11 wird der zeitliche Bogen bis hin zu den späten Arbeiten der vierziger Jahre gespannt. Bewegte, fein schraffierte Schilderungen des Berliner Großstadtmilieus und biblische Darstellungen eröffnen den Reigen der Präsentation, die fast sämtliche großen Werkfolgen und bedeutsamen graphischen Einzelblätter vereint.
Vorletzte Gedanken - Pablo Picasso und Jacqueline
25.11.05 bis 12.02.06
Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster hat den verschiedenen Schaffensphasen des Spaniers einen Ausstellungszyklus gewidmet, der die inspiratorische und stilistische Bedeutung seiner jeweiligen Musen beleuchtet. Die dritte Präsentation in dieser Ausstellungsfolge konzentriert sich nun maßgeblich auf die letzten beiden Jahrzehnten im Leben und Werk Picassos an der Seite seiner letzten Ehefrau Jacqueline.
Im Wettlauf mit dem nahenden Tod entwickelt er hier noch einmal eine fulminante Schöpferkraft, wobei er als lebende Legende in einen imaginären Dialog zu den Großmeistern der Kunstgeschichte tritt und mit einer überbordenden Erotik immer wieder seinen ungebrochenen „élan vital“ dokumentiert.
Picassos Gebrauchskunst – Die Sammlung Margadant
02.09.05 bis 13.11.05
Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Ausschnitt aus der Kollektion des Schweizer Sammlerehepaars Margadant. In fünf Räumen werden jeweils fünf thematische Schwerpunkte präsentiert, die Picasso als am Zeitgeschehen lebhaft interessierten und engagierten Künstler zeigen. Picasso wird durch seinen Eintritt in die kommunistische Partei Frankreichs (PCF) im Oktober 1944 unverkennbar zu einem ‚homo politicus.‘ Mit einem ihm gewidmeten Artikel auf dem Titelblatt reagiert die kommunistische Zeitung L’Humanité auf dieses Ereignis. 1949 tritt Picassos ‚Friedenstaube‘ einen Siegesflug durch Europa an, und das Kunstwerk wird zum epochalen Symbol. Kunst- und Ausstellungsplakate, die sich in einem gesonderten Ausstellungsraum anschließen, lassen ermessen, in welchem Umfang Picasso bereits zu Lebzeiten ein international umworbener Künstler war. Ab 1954 wird Picasso für seine Plakatkunst den Linolschnitt zum Medium ‚plakativer‘ Farbigkeit und kühner Formverkürzung wählen. Im Töpferort Vallauris entstehen Plakate für die jährlich stattfindenden Kunstausstellungen und Stierkämpfe. In den kühnen Verbindungen von Bild und Typographie demonstriert Picasso hier einen ganzheitlichen Gestaltungswillen.
Die vielen Gesichter der Moderne
Eine süddeutsche Privatsammlung
26.08.05 bis 20.11.05
Im Münsteraner Picasso-Museum wird erstmals ein privater Kunstschatz einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht. Zu sehen ist die außergewöhnliche Kollektion eines süddeutschen Ehepaares. Sie wuchs in über vierzigjähriger Sammeltätigkeit zu einer einzigartigen Fülle von Meisterwerken der klassischen Moderne an. Den Sammlungsschwerpunkt bildet die französische und deutsche Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Die ausgestellten Gemälde, Skulpturen, Handzeichnungen und Druckgraphiken liefern ein ungemein facettenreiches Bild der künstlerischen Avantgarde dieser Zeit. Im vielstimmigen Chor der Spitzenwerke sind Exponate von Paul Cézanne, Henri Matisse, Auguste Renoir, Auguste Rodin, Paul Signac und Henri de Toulouse-Lautrec zu bewundern. Der deutsche Expressionismus hingegen ist mit Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphiken der Künstlervereinigung Brücke und des Blauen Reiters vertreten. Einen besonderen Schwerpunkt bilden hierbei die Werke von Gabriele Münter, die in künstlerischer Zwiesprache mit Exponaten von Wassily Kandinsky gezeigt werden. Die 80 ausgewählten Werke versprechen ein Fest für das Auge, bevor sie nach dieser einmaligen Präsentation wieder an ihren privaten Aufbewahrungsort zurückkehren.
Fernand Léger: Figur – Objekt | Objekt – Figur
20.05.05 bis 14.08.05
Der Franzose Fernand Léger (1881 – 1955) zählt zu den großen Protagonisten der künstlerischen Avantgarde in Frankreich. Er ist schon längst in das Pantheon der Moderne eingegangen und seine Werke hängen in den großen Museen dieser Welt, vom Museum of Modern Art über das Pariser Centre Pompidou bis hin nach Skandinavien. Zum fünfzigsten Mal jährt sich im Sommer 2005 sein Todestag. Das historische Ereignis nimmt das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster zum Anlass, ihm eine Sonderausstellung zu widmen und seinem Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst nachzugehen.
Ulrich Mack: Industrielandschaften
20.05.05 bis 14.08.05
Parallel zur Léger-Präsentation zeigt das Graphikmuseum Pablo Picasso im Rahmen einer Kabinettausstellung eine Auswahl von Werken des Hamburger Fotografen Ulrich Mack. Im Jahre 1960 unternahm er eine Reise durch das Ruhrgebiet. Hierbei entstanden Bilder, die die kühle Ästhetik der Maschinen und Förderanlagen beschreiben, Kohlehalden türmen sich zu Gebirgslandschaften.
Pablo Picasso – Der Meister, sein Modell und das Atelier
25.02.05 bis 25.08.05
Picassos Schaffensphasen waren maßgeblich durch seine Musen bestimmt. Eine neue Liebe in seinem Leben läutete oftmals eine neue Stilphase ein. Aufgrund dieser engen Verknüpfung zwischen Biographie und Werk wird häufig auch in der Picasso-Forschung von der ‚Période Françoise‘ oder der ‚Période Jacqueline‘ gesprochen. In der Biographie des Künstlers bieten aber auch seine verschiedenen Ateliers ein räumliches und zeitliches Raster für sein gigantisches Œuvre. Picassos Ateliers sind vielfach Spiegel seiner biographischen Situation und materiellen Lebensumstände.
Matisse : Picasso
Ihr künstlerischer Dialog im buchillustrativen Schaffen
08.02.05 bis 15.05.05
Matisse und Picasso beäugten zeitlebens eifersüchtig die Schöpfungen des jeweils anderen. „Die beiden Maler begeisterten sich für einander, ohne sich besonders zu mögen“, beschrieb die in Paris lebende Amerikanerin Gertrude Stein ihre eigentümliche Mischung aus Freundschaft und Konkurrenz. Das berühmte Duett der Moderne wird im Rahmen der Ausstellung anhand seines graphischen Œuvres beleuchtet. Im Bereich der sogenannten Malerbücher (livres d’artiste) schufen beide unerreichte Meisterwerke. Ihr freundschaftliches Konkurrenzverhältnis wurde wiederholt von den Verlegern dieser Malerbücher eingesetzt und motivierte die Künstler zu Höchstleistungen in diesem Medium.
Die Antike im Spiegel der Moderne
26.11.04 bis 13.02.05
Pablo Picasso unterbreitete in späten Lebensjahren einem Museumsdirektor den Vorschlag, in ferner Zukunft einmal Fragmente seiner Keramiken zusammen mit antiken Exponaten in einem Museum zu präsentieren und fügte hinzu: „Ich würde gerne hören, was das Publikum dann sagt.“ Die Münsteraner Ausstellung hat den großen Meister beim Wort genommen und zeigt in künstlerischem Dialog originär antike Bildwerke mit Exponaten der Klassischen Moderne. Die antike Welt ist mit Vasen, Steinskulpturen und Kleinbronzen aus den reichen Beständen des Archäologischen Museums der Universität Münster in der Ausstellung vertreten. Im Rahmen der Präsentation werden diese in motivischer und thematischer Zwiesprache mit Werken von Georges Braque, Henri Laurens, Henri Matisse und Pablo Picasso gezeigt.
Menschen im Museum
24.09.04 bis 21.11.04
Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster präsentiert unter dem Titel Menschen im Museum Werke von Honoré Daumier, Barbara Klemm und Matthias Beckmann. In historischer Perspektive vereint die Ausstellung drei unterschiedliche künstlerische Positionen zum Verhältnis zwischen Museen und ihren Besuchern.
Missing links – Neuerwerbungen der letzten drei Jahre
24.08.04 bis 13.02.05
Präsentiert werden die rund sechzig Werke Pablo Picassos, die seit Bestehen des Museums auf dem internationalen Kunstmarkt erworben werden konnten. Erstmals wird hiermit einer breiten Öffentlichkeit der in der Stille wachsende Bestand des Graphikmuseum Pablo Picasso Münster zugänglich gemacht. Bei den präsentierten Lithographien handelt es sich um spektakuläre Einzelwerke oder Blätter, die prominente Werkfolgen des Museums komplettieren und somit zu unverwechselbaren Ensembles machen.
Picasso und Marie-Thérèse Walter
Zwischen Klassizismus und Surrealismus
07.05.04 bis 08.08.04
Die Ausstellung beleuchtet anhand exemplarischer Werke das Schaffensjahrzehnt zwischen 1927 und 1937. In dieser Zeit ist die junge Marie-Thérèse Walter bevorzugtes Modell und Muse Picassos. Die athletische Gestalt der jugendlichen Geliebten erobert schnell die Bildwelt seiner Handzeichnungen und Druckgraphiken. Lange hält Picasso jedoch das Liebesverhältnis geheim und erst um 1932 wird die junge Muse auch in seiner Malerei gänzlich inthronisiert. Die Ausstellung versammelt rund 160 Werke aus bedeutenden europäischen Museen und Sammlungen. Ebenso unterstützen alle Kinder Pablo Picassos die Präsentation mit hochkarätigen Leihgaben. Die in Münster ausgestellten Gemälde, Skulpturen, Handzeichnungen und Druckgraphiken illustrieren mustergültig die stilistischen Facetten in Picassos Schaffen der späten zwanziger und dreißiger Jahre: Klassisches Ebenmaß und Ausgeglichenheit findet sich neben surrealen Deformationen der Gestaltwelt. Wie in kaum einer anderen Schaffensperiode erweist sich Picasso hier als virtuoser Jongleur der Stile.
Picasso – die großen Werkfolgen
27.02.04 bis 25.04.04
Nirgendwo kann man dem Künstlergenie Picasso so nah sein wie in seinen graphischen Folgen. Hier wandert das Auge des Betrachters von Werk zu Werk, analysiert im schöpferischen Nachvollzug die sich verändernde Bildidee. „Wenn man ganz genau weiß, was man machen will, wozu soll man es dann überhaupt noch machen?“ So lautete die Auffassung Picassos. Der Spanier wird in der aktuellen Ausstellung hautnah als Experimentator, ja geradezu als Tüftler erfahrbar. Nie ging er mit einer fertigen Kompositionsidee ans Werk, die Variation und das Experiment waren seine schöpferischen Erfüllungsgehilfen. Im Abschließen und Beenden eines Werks hingegen sah er Stillstand und Tod: „Ein Werk beenden! Ein Bild vollenden! Wie albern! Einen Gegenstand beenden heißt ihn fertig machen, ihn umbringen, ihm seine Seele rauben, ihm wie dem Stier die Puntilla geben …“
Bestiarium – Tierdarstellungen der klassischen Moderne
27.02.04 bis 25.04.04
Kunst, so hat einmal der französische Maler Paul Cézanne ausgeführt, sei eine Schöpfung parallel zur Natur. Die Ausstellung illustriert anhand ausgewählter Werke die Arten- und Gestaltenvielfalt in der klassischen Moderne. Während Picasso mit seiner Kröte ein Meisterwerk schuf – in der graphischen Flächenbeschreibung etwa mit Dürers Rhinoceros vergleichbar – verkürzte und verdichtete Georges Braque in seinen Werken insbesondere die Vogelwelt zu Chiffren. Das Naturvorbild erfährt in seinen Graphiken eine zeichenhafte Verkürzung. Den gleichfalls in der Ausstellung vertretenden Werken aus Raoul Dufys Bestiarium hingegen kommt durch ihre prägnanten schwarz-weiß Kontraste im Medium des Holzschnitts ein eher beschreibender Charakter zu.
Affichomanie – Plakatwahn
22.11.03 bis 15.02.04
Das künstlerisch gestaltete Werbeplakat eroberte in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Straßen von Paris. Bedeutende Künstler nahmen sich dieses neuen Mediums an. Die inflationäre Bilderflut wurde von Zeitgenossen als ‚Affichomanie‘, als ‚Plakatwahn‘ beschrieben. Mit 160 Werken aus den großen Museen und Bibliotheken Europas liefert die Münsteraner Ausstellung ein ungemein dichtes und facettenreiches Bild dieser künstlerischen Entwicklung. Neben zahlreichen Künstlerplakaten sind Handzeichnungen, Gemälde aber auch Photographien zu bewundern. Im Zentrum der Präsentation steht das künstlerische Schaffen Henri de Toulouse-Lautrecs (1864 – 1901). Die zahlreichen in der Ausstellung versammelten Exponate beleuchten seine künstlerischen Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger.
Braque – Graphisches Werk
27.06.03 bis 12.10.03
Das graphische Werk von Georges Braque ist das konzentrierteste und nobelste der Moderne. Wir begegnen in ihm denselben Motiven wie in seiner Malerei: den griechischen Motiven wie dem Helios und den von Pferden gezogenen Wagen, den an die Prägekraft früher griechischer Münzen erinnernden Profilen, den Stilleben und schließlich den Vögeln. Mehr noch als bei den Gemälden eröffnet sich hier ein Einblick in das Innerste des kreativen Prozesses. Die Weise, wie der Künstler sich den vielfältigen Materien und Techniken zuwendet, den Lithosteinen und Umdruckpapieren, den farbigen Tuschen, den verschiedenen Sticheln zur Gravur der Metallplatten für die Radierungen, den Harzen und Säuren für die Aquatinta, den Druckstöcken für die Holzschnitte, dem Vernis (Firnis) und nicht zuletzt den unterschiedlichen Papieren, auf denen die Abzüge gedruckt werden: dies alles gleicht einem alchimistischen Prozess. Farbe um Farbe und jeweils von einer Platte, einem Lithostein, treten die verschiedenen Zustände einer Graphik zusammen, bis das komplexe Zusammenspiel von Überlagerungen und Interferenzen den definitiven Status etabliert. Aus einem Prozess von Intention und Unwägbarkeit heraus hat sich das Werk zu seiner eigenen, autonomen Wirklichkeit verdichtet. Es ist, wie Braque sagte, vollendet, „wenn es die Idee ausgelöscht hat.“
Reiz der Verwandlung
Metamorphosen im Werk Picassos
07.06.03 bis 15.11.03
Die Ausstellung beleuchtet das Thema der Verwandlungen in seinen verschiedenen Spielarten im graphischen Schaffen Picassos: zum einen werden seine Darstellungen antiker Verwandlungsmythen gezeigt. So illustrierte Picasso 1931 die Metamorphosen des Ovid, die eine literarische Summe der Verwandlungsmythen der antiken Götterwelt sind. Auch in den etwa gleichzeitig entstandenen Blättern der Suite Vollard beschäftigt sich Picasso mit antiken Mythen in Gestalt des Stiermenschen ‚Minotauros‘. Er wird für Picasso zum Träger biographischer Selbstdeutungen und Verweise.
Neben dieser auf der antiken Mythenwelt fußenden Beschäftigung mit den Metamorphosen zeigt die Ausstellung ferner die Verwandlung als grundsätzliches Gestaltungsprinzip im Œuvre Picassos. Insbesondere die graphischen Drucktechniken erlaubten ihm in einem Prozess des Entwerfens und Verwerfens stufenweise Umwandlungen seiner Bildideen. Die gezeigten Werkfolgen illustrieren diese für Picasso kennzeichnende Schaffensweise. Zudem wird in dieser Ausstellung aus Eigenbeständen auch inhaltlich mit den Werkgruppen ‚Maske und Maskerade‘, ‚Verwandlungen des Künstlers‘ sowie ‚Metamorphosen der Musen‘ das Thema der Gestaltumwandlung behandelt.
Das Buch als Bild - Picasso ‚illustriert‘
07.03.03 bis 23.05.03
Die Sonderausstellung zeigt buchillustrative Arbeiten Pablo Picassos (1881 – 1973) und vereint die umfangreichen Bestände der Herzog August Bibliothek mit Werken aus dem Graphikmuseum Pablo Picasso Münster. Die Präsentation bietet einen repräsentativen Querschnitt durch rund vierzig Jahre seines Schaffens. Picasso war zeitlebens eng mit einer Vielzahl von Schriftstellern befreundet. Bereits der junge Künstler suchte nach seiner Niederlassung in Paris im Jahre 1904 den Kontakt zu Literaten wie Guillaume Apollinaire, Max Jacob, Paul Eluard und Jean Cocteau. Der Kreis dieser Dichter um Picasso wurde auch als ‚Picasso-Bande‘ bezeichnet –mit den meisten verband ihn eine lebenslange Freundschaft.
Augenlust – Französische Malerbücher im 20. Jahrhundert
21.02.03 bis 25.05.03
Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster präsentiert eine außergewöhnliche Kollektion französischer Malerbücher, die in ihrer Breite einen nahezu vollständigen Überblick über die Entwicklung der französischen ‚livre d’artiste‘ im 20. Jahrhundert erlaubt.
Werke von Braque, Matisse und Picasso bilden den Schwerpunkt der Ausstellung. Ferner ist Aristide Maillol mit seinem nahezu vollständigen buchgraphischen Schaffen vertreten. Die großen künstlerischen Entwicklungen der Moderne sind jeweils mit repräsentativen Werken präsent.
Pablo Picasso – Die Zeit mit Françoise Gilot
22.11.02 bis 16.02.03
Die Sonderausstellung, beleuchtet Picassos Schaffen der unmittelbaren Nachkriegsjahre. Die junge Françoise Gilot war in diesen Jahren Picassos Lebensgefährtin, Muse und bevorzugtes Modell. Wie kaum eine andere Frau im Leben des Künstlers ist sie im allgemeinen Bewusstsein gegenwärtig. Erstmals in Deutschland ist eine Picasso-Ausstellung ausschließlich der ‚Période Françoise‘ gewidmet.
Zwischen Arena und Atelier
02.08.02 bis 10.11.02
Die Ausstellung beleuchtet zwei zentrale Aspekte von Picassos künstlerischem Schaffen an der Côte d’Azur: Zum einen seine mit dem Jahr 1947 einsetzende Beschäftigung mit der Keramik, zum anderen die Auseinandersetzung mit der Bildwelt der Stierkämpfe, die in den fünfziger und sechziger Jahren in Arles, Nîmes und Fréjus veranstaltet wurden und Picasso zu einer Vielzahl von Werken inspirierten.
Suite Vollard – Bilder vom Olymp des Künstlers
22.02.02 bis 21.07.02
Von 1930 bis 1937 schuf Picasso eine Folge von hundert Graphiken, die nach dem Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard benannt wurde, der sie bei Pablo Picasso in Auftrag gab. Picasso variiert in der graphischen Suite unterschiedliche Themen wie Künstler und Modell oder den Minotaurus-Mythos. Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster konnte im November 2001 die komplette Graphikfolge auf dem internationalen Kunstmarkt erwerben. Die Werke gelten in Fachkreisen als künstlerische Spitzenleistungen.
Picassos imaginäres Museum
25.11.01 bis 03.02.02
Die Sonderausstellung ist der Auseinandersetzung des Spaniers mit der Kunstgeschichte gewidmet und beleuchtet, wie im Schaffen Picassos aus Fremden Eigenes wurde. Rund 220 Werke Picassos sowie hochrangige Leihgaben (Francisco de Goya, Rembrandt) werden gezeigt. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Kunst-Museum Ahlen statt. Picasso: „Was ist im Grunde genommen ein Maler? Ein Sammler, der sich dadurch eine Sammlung schafft, indem er Bilder malt, die ihm bei anderen gefallen.“
Tête à tête mit dem Genie
08.09.01 bis 11.11.01
Die Lithographien ermöglichen besondere Einblicke in den künstlerischen Schaffensprozess des Jahrhundertgenies Pablo Picasso. In der Ausstellung finden sich seit längerer Abwesenheit auch wieder die weltbekannte Friedenstaube und die berühmte Stierserie. Private Leihgaben ergänzen die neue Präsentation, so eine Folge von Tierdarstellungen Picassos aus den 30er Jahren.
Verführte Blicke - Picassos graphisches Testament
01.06.01 bis 05.08.01
Gezeigt werden Graphiken der sogenannten Suite 156, die Picasso kurz vor seinem Tod schuf. Die 80 Exponate stammen aus dem Musée d’Art Moderne im französischen Saint-Etienne sowie aus Pariser Privatbesitz. Die Werke werden in Deutschland lediglich in Münster zu sehen sein.
Die Bildwelt der Erotik nimmt in der Suite breiten Raum ein. Weibliche ‚Zeigefreude‘ und männliche ‚Schaulust‘ thematisiert Picasso in immer neuen künstlerischen Variationen in dieser Serie. Auch setzt er sich intensiv mit dem Thema ‚Künstler und Modell‘ auseinander. Werke von Rembrandt oder Edgar Degas bilden ferner Ausgangspunkte für Picassos eigenes Schaffen.
Picasso in flagranti
02.03.01 bis 30.04.01
Kernstück der 210 Werke umfassenden Präsentation sind Picasso-Graphiken aus den umfangreichen Beständen des Münsteraner Museums. Diese werden ergänzt durch Keramiken des Künstlers, die er ab 1947 im Töpferort Vallauris schuf. In der Ausstellung werden Dialoge zwischen zeitgleich entstandenen Werken in verschiedenen Techniken inszeniert. Die Kombination von Keramiken und Graphiken in einer Ausstellung entspricht dem künstlerischen Verständnis Picassos von beiden Techniken, die er als wesensverwandt ansah: „Die Keramik funktioniert wie die Druckgraphik, der Brand ist wie der Druckvorgang.“
Graphikmuseum Pablo Picasso Münster
Die Sammlung Huizinga
10.09.00 bis 28.02.01
Gezeigt werden zahlreiche Lithographien des großen Jahrhundertgenies, die ausnahmslos zum Bestand des neu eröffneten Museums gehören.
