Picassos Renaissance

3. Februar - 22. April 2018
Ob Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer oder Lucas Cranach – Picasso setzte sich immer wieder  intensiv mit Künstlern der Renaissance auseinander. In seinen Werken übersetzt er ihre Themen und Stile in die Bildsprache der Modernen Kunst. Die Schau „Picassos Renaissance“ zeigt rund 30 grafische Werke aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums, darunter Linolschnitte, Lithografien und Radierungen, die Picassos künstlerischen Dialog mit der Renaissance beleuchten.

Die Ausstellung bietet einen ungewöhnlichen Blick auf den spannungsreichen Dialog von zwei der interessantesten Epochen der Kunstgeschichte: der Renaissance und der Klassischen Moderne. „Die Leute reden immer über die Renaissance – aber sie ist wirklich erbärmlich. Ich habe kürzlich einige Tintorettos gesehen. Es ist nichts als Kino, billiges Kino“, so Pablo Picasso, der zeitlebens ein ambivalentes Verhältnis zu Kunstwerken der Renaissance besaß. Einerseits beurteilte der spanische Künstler insbesondere die Werke italienischer Künstler als zu dekorativ, anderseits verehrte er das künstlerische Schaffen Leonardos und vor allem Michelangelos: „Ich liebe es, mich in seinem Werk wie in einem reichen und mächtigen Berg zu verlieren.“

Insbesondere in der Nachkriegszeit setzte sich Picasso in Form von Werkparaphrasen und Variationsfolgen in bemerkenswerter Weise mit Werken altdeutscher Meister auseinander, darunter Lucas Cranach der Jüngere und der Ältere, Albrecht Dürer, Matthias Grünewald oder Albrecht Altdorfer. Höhepunkt der Ausstellung sind Picassos vielfältige Variationsfolgen zum Werk Lucas Cranach des Älteren, die Picassos Experimentierfreude und künstlerische Meisterschaft im Medium der Lithografie eindrucksvoll demonstrieren. Das buchkünstlerische Schaffen der Freunde und Zeitgenossen Picassos Raoul Dufy und André Derain runden die Schau ab. Sie nehmen in ihren Malerbüchern Bezug auf die Literatur und Buchgestaltung der Renaissance.

Bildtitel: Pablo Picasso, Venus und Amor (nach Cranach), 1949, Lithografie, 3. Version © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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