Picasso - Die Kunst des Porträts

25. Februar - 21. Mai 2017
In allen seinen unterschiedlichen Schaffensphasen beschäftigte sich Pablo Picasso intensiv mit Porträts. Einem Genre, das sich insbesondere durch die Erfindung und Verbreitung der Fotografie im 19.  Jahrhundert großen Veränderungen ausgesetzt sah. Im „Jahrhundert der Abstraktion“ stand für die Künstler nicht mehr eine naturalistische Wiedergabe im Mittelpunkt des Interesses, sondern die Entwicklung eines subjektiven künstlerischen Ausdrucks der Dargestellten. Dabei spielen Porträts im künstlerischen Schaffen Picassos eine wichtige Rolle, die über rein künstlerische Aspekte hinausweist. Die unzähligen Porträts von Frauen, Geliebten, Musen und Freunden, aber auch von Kollegen, Sammlern und Galeristen dienten nicht nur zur Erprobung formaler Experimente, sie wurden zu einem autobiografischen Bekenntnis des Künstlers, in dem er sowohl psychologische Eigenschaften der Porträtierten festhielt, als auch seine persönliche Beziehung zu den Dargestellten im Bild reflektierte.

In seinem Spätwerk tritt Picasso schließlich in einen Dialog mit den Alten Meistern. In Paraphrasen berühmter Werke des deutschen Renaissance-Künstlers Lucas Cranach dem Jüngeren, des spanischen Manieristen El Greco sowie der französischen Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres und Victor Orsel setzt er sich intensiv mit der Entwicklung des Porträts in der Geschichte der Kunst auseinander.

Mit sowohl lange nicht mehr als auch noch nie gezeigten Werken aus den eigenen Sammlungen präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster mit rund 90 Werken aus 50 Schaffensjahren einen umfassenden Überblick über Picassos für die Moderne maßgebliche Kunst des Porträts.

Bildtitel von links nach rechts:
Pablo Picasso, Frau mit geblümter Bluse, 1958, Lithografie
Pablo Picasso, Porträt D.-H. Kahnweiler I, 1957, Lithografie
Pablo Picasso, Figur mit gestreifter Bluse, 1949, Lithografie
(© VG Bild-Kunst, Bonn 2017/Succession Picasso, Paris)

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